US-Präsident Bush vor dem NATO-Gipfel zu Besuch in Estland
Aktualisiert

US-Präsident Bush vor dem NATO-Gipfel zu Besuch in Estland

Am Rande eines Staatsbesuchs in Estland hat US-Präsident George W. Bush die diplomatischen Bemühungen verstärkt, die zunehmende Gewalt im Irak und in Afghanistan einzudämmen.

Auf dem Flug nach Tallinn telefonierte Bush am Montagabend mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak.

Vor allem die Lage in Afghanistan beschäftigt ab Dienstagabend auch den NATO-Gipfel in der lettischen Hauptstadt Riga. Dabei will Bush nach Angaben aus seiner Delegation versuchen, die europäischen Verbündeten zu einer Verstärkung ihrer militärischen Beiträge zu bewegen.

Zuvor kommt Bush in Tallinn mit dem estnischen Ministerpräsidenten Andrus Ansip und Staatspräsident Hendrik Ilves zusammen. Estland gehört zu den engsten Verbündeten der USA in Europa und hat Soldaten in den Irak und nach Afghanistan entsandt. Bush ist der erste US-Präsident, der Estland besucht. Im Anschluss an das NATO-Treffen in Riga fliegt er nach Jordanien weiter, wo er am Mittwoch und Donnerstag unter anderem mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammentreffen will.

USA unterstützen Israels Friedensangebot an Palästinenser

Die USA haben das israelische Friedensangebot an die Palästinenser begrüsst und drängen nun auf eine Wiederbelebung des Friedensprozesses. Die Äusserungen von Israels Regierungschef Ehud Olmert seien konstruktiv, sagte US-Aussenministeriumssprecher Sean McCormack am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Aussenministerin Condoleezza Rice habe Olmert angerufen, um ihm ihre Unterstützung des Vorschlags zuzusichern. McCormack sprach von einer «willkommenen Entwicklung», die sicher neue Möglichkeiten verspreche. Rice könnte möglicherweise während des Jordanien-Besuchs von US-Präsident George W. Bush ab Mittwoch mit Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammentreffen.

Die USA bemühten sich wie in den vergangenen Monaten bei gemässigten arabischen Staaten wie Ägypten, Jordanien und Saudi- Arabien um Unterstützung, um den blockierten israelisch- palästinensischen Friedensprozess wieder in Gang zu bringen, sagte McCormack weiter.

Nach dem Waffenstillstand im Gazastreifen hatte Olmert Israels Bereitschaft erklärt, einen lebensfähigen Palästinenserstaat zu unterstützen. Zugleich bot er erstmals einen Gefangenenaustausch für die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit an, der seit fünf Monaten in der Hand palästinensischer Extremisten ist.

Der finnische Aussenminister Erkki Tuomioja äusserte für die EU- Ratspräsidentschaft die Hoffnung, dass dieser Austausch möglicherweise bereits in wenigen Tagen geschehen könnte. Olmert stellte ausserdem zumindest einen israelischen Teilabzug aus dem Westjordanland in Aussicht. (dapd)

Deine Meinung