Aktualisiert 16.02.2013 15:00

Schwuler Fussballer

US-Profi outet sich - und gibt Rücktritt

Der ehemalige US-Nationalspieler Robbie Rogers hat gemacht, was nicht oft vorkommt: Der Fussballer hat sich als homosexuell geoutet - und gleichzeitig im Alter von 25 Jahren seine Karriere beendet.

von
fbu

Der einstige amerikanische Nationalspieler Robbie Rogers hat sich in einem Blog-Eintrag auf seiner offiziellen Internetseite geoutet. Gleichzeit gab der erst 25-Jährige Spieler seinen Rücktritt als Profi-Fussballer bekannt.

«Während der letzten 25 Jahre hatte ich Angst zu zeigen, wer ich wirklich bin. Ich fürchtete, dass Vorurteile und Zurückweisung mich davon abhalten würden, meine Träume zu erfüllen», schrieb Rogers am Freitag. Er führt weiter aus, dass Fussball für ihn eine Art Flucht gewesen sei, ihm aber auch Sinn und Identität gegeben habe, weshalb er auch dankbar sei. Trotzdem zeigt er sich auch erleichtert über sein Outing. «Mein Geheimnis ist weg, ich bin ein freier Mann und kann mit meinem Leben weiterfahren.»

Unterstützung per Twitter

Per Twitter bekundeten einige Weggefährten von Rogers ihre Unterstützung. Der Ex-US-Spieler Edie Pope schrieb beispielsweise: «Mutige Männer wie du sorgen dafür, dass irgendwann keine solchen Bekanntmachungen mehr nötig sind.»

In den Jahren 2009 bis 2011 hat Rogers 18 Spiele für das amerikanische Nationalteam bestritten. Seine Klubkarriere startete der 25-Jährige beim US-Verein Columbus Crew. 2012 wechselte er zum englischen Zweitligisten Leeds United, von wo er zuletzt zum Drittligisten Stevenage ausgeliehen wurde. Zu seiner Zukunft gab Rogers per Twitter bekannt, dass er in Kürze ein Praktikum bei einem Magazin absolviere.

Justin Fashanu

Bisher hat sich nur ein einziger aktiver Profifussballer als homosexuell geoutet. 1990 wagte der englische Spieler Justin Fashanu den Schritt. In der Folge litt der Spieler nigerianischer Herkunft unter doppelten Beschimpfungen von den Rängen: wegen seiner Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung. 1998 erhängte er sich in seiner Garage, nachdem er von der Presse wegen einer angeblichen Vergewaltigung eines 17-Jährigen in den USA vorverurteilt worden war.

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