17.06.2020 02:03

«Völlig unangemessen»US-Regierung klagt gegen Enthüllungsbuch von Ex-Berater

Der ehemalige Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, hat ein Buch über seine Amtszeit geschrieben. Präsident Donald Trump will die Publikation des Buches untersagen.

Das Buch des Ex-Beraters John Bolton sorgt in den USA für Wirbel: Trumps Regierung will die Publikation untersagen.

Das Buch des Ex-Beraters John Bolton sorgt in den USA für Wirbel: Trumps Regierung will die Publikation untersagen.

KEYSTONE

Kurz vor der geplanten Veröffentlichung will das US-Justizministerium die Publikation eines Buches des früheren Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton vor Gericht verhindern. In einer am Dienstag (Ortszeit) bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage hiess es, Bolton verbreite nicht nur geheime Informationen, sondern gefährde mit der Veröffentlichung auch die «nationale Sicherheit». In der Klage wird das Gericht dazu aufgefordert, eine Veröffentlichung des Buches zu untersagen, bevor eine Überprüfung der Inhalte durch das Weisse Haus abgeschlossen ist.

Trump hatte Bolton im vergangenen September als Sicherheitsberater geschasst – wegen Meinungsverschiedenheiten. Bolton kündigte bereits damals an, er werde zu gegebener Zeit seine Sicht auf die Dinge darlegen. Das Buch mit dem Titel «The Room Where It Happened» (etwa: Der Raum, in dem es geschah), sollte ursprünglich im März erscheinen, die Veröffentlichung wurde aber vom Weissen Haus gestoppt. In der Klage vom Dienstag hiess es, Bolton habe vom Verlag rund zwei Millionen Dollar (1,78 Millionen Euro) für das Buch erhalten.

Gespräche seien «streng geheim» gewesen

Trump hatte Bolton am Montag im Fall der Veröffentlichung des Werkes strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Sollte das Buch wie angekündigt am Dienstag kommender Woche erscheinen, würde Bolton «gegen das Gesetz verstossen», sagte Trump im Weissen Haus. Alle Gespräche mit ihm, die Bolton womöglich aus dessen Zeit im Weissen Haus zitiere, seien «streng geheim». Es sei «völlig unangemessen», dass Bolton während Trumps Amtszeit ein Buch veröffentliche.

Justizminister William Barr sagte am Montag, Bolton habe nicht den vorgeschriebenen Prozess durchlaufen, sich Passagen durch das Weisse Haus freigeben zu lassen. Trump fügte hinzu, Bolton mache sich im Fall einer Veröffentlichung strafbar. Trump sagte weiter, Bolton sei bekannt dafür, nicht immer die Wahrheit zu sagen. Nach Angaben des Verlags zeichnet das Buch das Bild eines Präsidenten, der «süchtig nach Chaos» ist. Trump sei es immer nur um seine Wiederwahl gegangen.

(SDA)

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