Verurteilt: US-Rentner spionieren für Kuba
Aktualisiert

VerurteiltUS-Rentner spionieren für Kuba

Wegen Spionage für Kuba ist ein pensioniertes Diplomaten-Ehepaar in Washington zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Gerichtszeichnung. Staatsanwalt Gordon Michael Harvey (Mitte) plädiert gegen das Ehepaar Kendall und Gwendolyn Myers (rechts sitzend).

Gerichtszeichnung. Staatsanwalt Gordon Michael Harvey (Mitte) plädiert gegen das Ehepaar Kendall und Gwendolyn Myers (rechts sitzend).

Ein Bezirksrichter verurteilte den 73-jährige Ex-Diplomaten Kendall Myers am Donnerstag zu lebenslänglich ohne Aussicht auf Begnadigung, weil er für Kuba spioniert habe. Seine ein Jahr jüngere Frau Gwendolyn muss für fast sieben Jahre hinter Gitter. Ausserdem müssen sie 1,7 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das Paar hatte fast 30 Jahre für Kuba spioniert. Die Eheleute waren geständig, bereits im November 2009 waren sie schuldig gesprochen worden. Nur das Strafmass stand noch aus.

Der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt David Kris wertete das Strafmass als «klare Warnung an all jene, die willentlich die vertraulichsten Informationen unserer Nation preisgeben wollen». Das Ehepaar Myers habe «fast 30 Jahre lang mit Stolz für einen langjährigen ausländischen Gegner spioniert».

Langjährige Spione

Die Myers waren im Juni 2009 in der Nähe von Washington festgenommen worden. Sie gestanden, seit Ende der 70er Jahre der kommunistischen Führung in Havanna vertrauliche Dokumente zugespielt zu haben. Kendall Myers hatte der US-Justiz zufolge während seiner Zeit im Aussenministerium seit 1977 Zugang zu vertraulichsten Unterlagen, unter anderem arbeitete er in der Aufklärung.

Der Mann gab demnach an, nach einem Kuba-Besuch 1978 von Havanna angeworben worden zu sein. Im Laufe der Jahre habe er von Kuba «eine Vielzahl von Medaillen» für seine Verdienste bekommen.

1995 hätten er und seine Frau auch einen Abend mit Fidel Castro verbracht. Das Paar soll die Aufträge aus Kuba per Kurzwellensender erhalten haben. (sda)

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