Aktualisiert 10.10.2003 10:24

US-Sammelklage wegen Kaprun-Katastrophe

Die Hinterbliebenen der Opfer der Seilbahn-Katastrophe von Kaprun dürfen die Verantwortung für das Unglück in einem Sammelprozess in den USA klären lassen.

Eine Gemeinschaftsklage sei zulässig, entschied Richterin Shira Scheindlin. Diesem Verfahren könnten sich nicht nur die Familien der acht amerikanischen Opfer anschliessen, sondern auch Kläger aus Deutschland, Österreich und anderen Ländern. Bei dem Unglück vor knapp drei Jahren waren 155 Menschen ums Leben gekommen.

Die Zulassung einer Sammelklage ermögliche vielen Nicht-Amerikanern, das Rechtssystem der USA zu nutzen, erklärte Scheindlin in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung. Weiter verwies sie darauf, dass viele Kläger sich einen solch komplexen Prozess sonst nicht leisten könnten. Zwei Drittel der Hinterbliebenen hätten ihr Interesse bekundet, einer Sammelklage beizutreten, teilte Scheindlin mit, darunter mehr als 20 deutsche, 56 österreichische und zehn japanische Familien. Sie hätten sich zu diesem Schritt entschlossen, obwohl das Urteil eines US-Gerichts in ihren Heimatländern möglicherweise nicht anerkannt werde.

Unter den Toten der Seilbahn-Katastrophe waren auch 37 Deutsche. Das Unglück ereignete sich am 11. November 2000. Auf dem Weg zum Kitzsteinhorn brach in einem Tunnel ein Feuer aus. Vor dem Salzburger Landgericht sind 16 Personen angeklagt, für die Katastrophe verantwortlich zu sein. Einer der Opferanwälte, Bob Swift, sagte, ein Prozess in den USA sei vor allem deshalb wichtig, weil das Verfahren in Österreich zu langsam vorangehe. (dapd)

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