Ukraine-Russland-Konflikt – US-Satellitenbilder zeigen, wie Russland an der Grenze Truppen zusammenzieht
Publiziert

Ukraine-Russland-KonfliktUS-Satellitenbilder zeigen, wie Russland an der Grenze Truppen zusammenzieht

Satelliten der US-Firma Maxar beobachten unter anderem das Grenzgebiet Russlands zur Ukraine. Neu veröffentlichte Bilder dokumentieren nun erneut Verschiebungen russischer Angriffskräfte.

1 / 6
Dieses Bild zeigt laut Maxar Verschiebungen russischer Truppen bei Belgorod. 

Dieses Bild zeigt laut Maxar Verschiebungen russischer Truppen bei Belgorod. 

AFP
Die Fahrspuren der gepanzerten Fahrzeuge sind gut erkennbar.

Die Fahrspuren der gepanzerten Fahrzeuge sind gut erkennbar.

AFP
Kampfhelikopter auf einem Feld bei Waluiki. 

Kampfhelikopter auf einem Feld bei Waluiki. 

AFP

Darum gehts

  • Bilder von Satellitenkameras zeigen Verschiebungen russischer Truppen nahe der Grenze zur Ukraine.

  • Auf den Bildern sind Panzer und Lastwagen sowie Flugzeuge und Helikopter zu sehen.

  • Im Grenzgebiet sollen mittlerweile rund 150’000 russische Soldaten stationiert sein.

Eine US-Satellitenbildfirma hat am Sonntag über neue russische Truppenbewegungen in der Nähe der ukrainischen Grenze berichtet. Die Bilder zeigten «mehrere neue Feldeinsätze von gepanzerter Ausrüstung und Truppen», erklärte das Unternehmen Maxar. Die am Sonntag aufgenommenen Fotos zeigen Spuren von Fahrzeugen, die über schneebedeckte Felder fahren, die von Wäldern umgeben und von Strassen gesäumt sind.

Die Truppenbewegungen fanden demnach in Wäldern und Feldern etwa 14 bis 30 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt statt. Die Analysten der Firma verglichen die aktuellen Aufnahmen mit einer Woche alten Satellitenbildern und konnten so die Bewegungen in der Nähe von drei Ortschaften im Südwesten Russlands nachvollziehen. So seien «die meisten Kampfeinheiten und unterstützenden Ausrüstungen in Soloti abgezogen worden» und man könne «zahlreiche Fahrzeugspuren und einige Konvois mit gepanzerter Ausrüstung in der gesamten Gegend sehen», erklärte Maxar. Einige Ausrüstungen seien auch östlich der benachbarten russischen Stadt Waluiki auf einem Feld etwa 15 Kilometer nördlich der ukrainischen Grenze eingesetzt worden.

«Darüber hinaus ist eine Reihe neuer Feldverlegungen auch nordwestlich von Belgorod zu beobachten, wobei ein Grossteil der Ausrüstung und Truppen in oder in der Nähe von Waldgebieten positioniert ist», heisst es weiter. Einheiten «in der Grösse einer Kompanie» würden in landwirtschaftlichen und industriellen Gebieten eingesetzt.

«Hälfte der Truppen in Angriffsposition»

In den vergangenen Wochen hat Russland nach Schätzungen der USA und seiner westlichen Verbündeten mehr als 150’000 Soldaten in der Nähe der ukrainischen Grenze stationiert. Dies hat in Washington die Angst vor einer bevorstehenden Invasion der Ukraine geschürt. Moskau weist dies zurück. Ein US-Beamter hatte am Freitag geschätzt, dass «40 bis 50 Prozent» der russischen Truppen «in Angriffspositionen» stünden.

US-Präsident Joe Biden hatte am selben Tag erklärt, er sei «überzeugt», dass Putin die Invasion beschlossen habe. Diese Warnung bezog sich US-Medienberichten zufolge auf einen Befehl an die russischen Truppen. Die «Washington Post» hatte am Sonntag unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtet, dass die Soldaten an der russisch-ukrainischen Grenze die Anweisung erhalten hätten, die Invasionsvorbereitungen weiter voranzutreiben.

Weitere Anzeichen, die auf einen bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine hindeuten könnten, seien aber «noch nicht beobachtet worden», berichtete CNN unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Demnach gibt es in der US-Regierung auch Überlegungen, dass die Angriffsbefehle noch zurückgezogen werden könnten oder dass die Informationen manipuliert worden sein könnten, um den Westen in die Irre zu führen.

Unterdessen veröffentlichte die US-Botschaft in Moskau indessen eine Botschaft an ihre Bürger, in der sie vor der Gefahr von Anschlägen in Moskau, Sankt Petersburg und nahe der ukrainischen Grenze warnte und sie aufforderte, gegebenenfalls Vorkehrungen für eine Evakuierung zu treffen. Die Botschaft berief sich dabei auf «Medienberichte». Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums, kritisierte die Warnungen als vage und fragte: «Was soll man damit anfangen?» 

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(AFP/trx)

Deine Meinung

103 Kommentare