Aktualisiert 07.12.2009 12:33

Jon Stewart

US-Satiriker lästert über Minarett-Verbot

Jon Stewart ist Amerikas schärfster TV-Satiriker. Letzte Woche nahm er das Minarett-Verbot aufs Korn – und liess die Schweiz nicht gut aussehen.

von
pbl

Er moderierte 2006 und 2008 die Oscar-Verleihung. Im Juli 2009 wurde er in einer Online-Umfrage des Nachrichtenmagazins «Time» zum «vertrauenswürdigsten Nachrichtenmann» im US-Fernsehen gewählt. Dabei moderiert Jon Stewart keine «seriöse» News-Sendung, sondern die satirische «Daily Show», die von Montag bis Donnerstag auf dem Kabelsender «Comedy Central» ausgestrahlt wird. Seine scharfzüngigen Kommentare zum Tagesgeschehen haben ihm eine grosse, vorwiegend jugendliche Fangemeinde beschert. In Europa ist Jon Stewart an den Wochenenden jeweils auf CNN zu sehen.

Nun bekam auch die Schweiz ihr Fett weg. In der Sendung vom 3. Dezember kommentierte Stewart das Ja zur Minarett-Verbots-Initiative. «Wie kann ein Land, dass für seine Neutralität bekannt ist, eine derart aggressive Entscheidung treffen?» fragte sich Stewart und liess als Antwort einige «Angstmacher»-Kampagnen der SVP Revue passieren. Auch Adolf Hitler und die Ricola-Werbung kamen zum Zug, und schliesslich musste sich Peter Maurer, Leiter der Schweizer UNO-Mission in New York, einem Lackmus-Test in Sachen Neutralität unterziehen.

In den USA wäre ein Minarett-Verbot undenkbar, dort gilt die Meinungsfreiheit als nahezu unantastbar. Interessant sind auch einige Kommentare auf der «Daily Show»-Website, die offenbar von Schweizern stammen. Er werde bald nach New York ziehen und hoffentlich das Land für immer verlassen, schreibt ein gewisser Dany. Er schäme sich für seinen Schweizer Pass und hoffe, «auch dies bald zu ändern».

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