Aktualisiert 29.04.2008 07:05

US-Soldat exekutierte Iraker: Prozess

Vor einem Militärgericht im US-Staat Texas hat am Montag der Prozess gegen einen Soldaten begonnen, der einen verletzten irakischen Aufständischen getötet haben soll.

Die Anklage erklärte, der Soldat habe im vergangenen Juni in Mukdadija zwei Mal auf das Opfer geschossen, in den Bauch und in den Kopf. Zuvor habe er einen Sanitäter angewiesen, den Iraker zu ersticken. Der Soldat soll ausserdem einen Kameraden aufgefordert haben, eine Waffe neben die Leiche zu legen.

Militärstaatsanwalt Jacob Wolf erklärte, der Angeklagte und andere Soldaten hätten sich ein Feuergefecht mit Aufständischen geliefert. Dann seien sie einer Blutspur gefolgt, die zu einem Iraker mit zahlreichen Schusswunden geführt habe. Der Angeklagte habe den Iraker mit einem Kopfschuss getötet.

Der Anwalt des Angeklagten führte an, Augenzeugen hätten unterschiedliche Angaben zu den Abläufen in Mukdadija gemacht. Auch Fotos der Leiche stützten die Angaben der Anklage nicht. Der Aufständische habe eine Gefahr dargestellt, auch wenn er verletzt gewesen sei. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft. (dapd)

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