Stützpunkt Fort Hood: US-Soldat gesteht Anschlagsplan auf Basis

Aktualisiert

Stützpunkt Fort HoodUS-Soldat gesteht Anschlagsplan auf Basis

Die US-Armee ist nur knapp einem Attentat entkommen - ausgerechnet auf dem Stützpunkt, wo vor zwei Jahren bereits ein Amoklauf mit 13 Todesopfern stattfand. Der Beinahe-Täter ist geständig.

Ein festgenommener US-Soldat hat nach Angaben der Streitkräfte Pläne für einen Anschlag auf den texanischen Militärstützpunkt Fort Hood zugegeben. 2009 waren bei einem Amoklauf in der Militärbasis 13 Menschen erschossen worden. Damals hatte der muslimische Armeepsychiater Nidal Malik Hassan in Fort Hood zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten erschossen und weitere 42 Menschen verletzt.

In einem Motelzimmer in der Nähe der Kaserne seien Waffen, eine grosse Menge Munition sowie eine Bombe in einem Rucksack sichergestellt worden, teilten die US-Streitkräfte am Donnerstag in einem Warnhinweis an alle Einheiten des Heeres mit.

Solidarität mit früherem Attentäter

In seiner Vernehmung habe der 21-Jährige eingeräumt, einen Anschlag auf Fort Hood geplant zu haben, hiess es in dem E-Mail weiter, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt.

Nach Angaben von Ermittlern wollte der Mann in Soldaten-Treffpunkten nahe der Militärbasis zunächst Sprengsätze zur Explosion bringen und dann auf Menschen schiessen. Im Verhör habe er angegeben, aus Solidarität mit Hassan zu handeln.

Um Entlassung aus Armee ersucht

Der Infanterist sei bereits am Mittwoch festgenommen worden, sagte der Sprecher der US-Bundespolizei FBI, Erik Vasys. Der Soldat hatte am verlängerten Wochenende des 4. Julis seinen Stützpunkt Fort Campbell im US-Staat Kentucky ohne Erlaubnis verlassen.

Der muslimische Soldat hatte eine Freistellung aus Gewissensgründen beantragt, da sein Glaube ihm einen Kampfeinsatz verbiete. Im Frühjahr hatte ein Militärausschuss seine Entlassung empfohlen.

Waffenhändler informiert Polizei

Im vergangenen Monat war er jedoch wegen des Besitzes von Kinderpornografie angeklagt und seine Freistellung verschoben worden. Zudem habe es eine Untersuchung seitens der Streitkräfte sowie einer Bundesbehörde gegeben, nachdem der junge Mann während eines Sprachkurses im April unspezifische antiamerikanische Äusserungen gemacht haben soll, sagte ein Behördenvertreter.

Die Festnahme des Soldaten erfolgte, nachdem der Besitzer eines Waffenladens die Polizei informiert hatte. Dabei handelte es sich um dasselbe Geschäft, in dem bereits der mutmassliche Täter des Amoklaufs von 2009 eine bei dem Anschlag benutzte Pistole gekauft hatte. (sda)

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