Aktualisiert 11.11.2011 10:29

Krieg in Afghanistan

US-Soldat schneidet Opfern Finger ab

Ein US-Soldat wurde wegen der Tötung von drei Zivilpersonen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 26-Jährige gab zu, Finger und Zähne der Opfer als Trophäen genommen zu haben.

Der 26-jähriger Calvin Gibbs (vorne links) hat gestanden im Gefecht getöteten Personen Finger abgeschnitten und Zähne ausgeschlagen zu haben.

Der 26-jähriger Calvin Gibbs (vorne links) hat gestanden im Gefecht getöteten Personen Finger abgeschnitten und Zähne ausgeschlagen zu haben.

Nach dem Tod von drei unbewaffneten Zivilpersonen in der südafghanischen Provinz Kandahar ist ein Stabsunteroffizier des US-Heeres wegen Mordes, Verschwörung und weiterer Anklagepunkte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Calvin Gibbs war der ranghöchste von fünf Soldaten, die wegen des Zwischenfalls von Anfang 2010 angeklagt wurden. Er wurde beschuldigt, seine Untergebenen zur Tötung der Zivilisten angespornt zu haben.

Während der siebentägigen Verhandlung vor einem Militärgericht im Staat Washington räumte der 26-Jährige ein, dass er den Leichen als Trophäe Finger abgeschnitten und Zähne ausgeschlagen habe. Die Männer seien aber in einem regulären Gefecht getötet worden. Laut Anklage wussten Gibbs und seine Mitangeklagten jedoch, dass von den Männern keine Gefahr ausging. Der Angeklagte hat erklärt, dass er an der Tötung von zweien der Opfer nicht beteiligt gewesen sei.

Die Strafe kann nach zehn Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Staatsanwalt Andre LeBlanc hatte eine lebenslange Strafe ohne Chance auf Bewährung gefordert. Er verwies darauf, dass Gibbs die Afghanen wiederholt als Wilde bezeichnet habe. «Stabsunteroffizier Gibbs ist der Wilde», sagte LeBlanc zu den Geschworenen. Gibbs' Anwalt bat um Milde und sagte, sein Mandant sei nicht mehr derselbe wie in Afghanistan. (dapd)

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