Aktualisiert 02.09.2015 10:44

Cannabis statt Alkohol

US-Studenten trinken weniger und kiffen mehr

Erstmals übersteigt in den USA die Zahl der regelmässigen Marihuana-Konsumenten diejenige der Kettenraucher. Auch massive Trinkgelage finden seltener statt.

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Mehr Studenten in den USA rauchen heute regelmässig mehr Marihuana als herkömmlichen Tabak. Das geht aus einer Zukunftsstudie der University of Michigan hervor. Darin gaben etwas weniger als sechs Prozent der befragten Vollzeitstudenten an, mindestens 20-mal in den vergangenen 30 Tagen Gras geraucht zu haben.

Im Vergleich dazu waren es fünf Prozent, die sich für denselben Zeitraum als Kettenraucher identifizierten. 1999 waren es bei der jährlich veröffentlichten Studie noch 19 Prozent gewesen.

Vernunft und Glauben

Die Erkenntnisse der Befragung legen die Vermutung nahe, dass Teenager und junge Erwachsene einerseits die Warnungen vor den Gesundheitsrisiken von regelmässigem Tabakkonsum beherzigen, wie Studienleiter Lloyd Johnston mitteilte. Gleichzeitig sehe es aber auch so aus, als würde zunehmend geglaubt, dass Marihuana weniger Gefahren mit sich bringe.

«Es ist eindeutig, dass es in den vergangenen sieben oder acht Jahren einen Anstieg vom Konsum von Marihuana unter den College-Studenten gegeben hat», erklärte Johnston. Gleiches sei in den ältesten Jahrgängen von High Schools beobachtet worden.

Absoluter Rekord

Die Prozentzahl der Studenten, die täglich oder fast jeden Tag kiffen, erreichte den höchsten Wert seit der Einführung der jährlichen Studie im Jahr 1980. Es ist laut den Verantwortlichen das erste Mal, dass der regelmässige Gras-Konsum höher ist als jener von Tabak.

21 Prozent der Teilnehmer gaben an, mindestens einmal im vergangenen Monat Marihuana geraucht zu haben. 34 Prozent hatten im vergangenen Jahr mindestens einmal gekifft.

Mehr Kokain-Konsumenten

Massiver Alkoholkonsum geht der Studie zufolge dagegen zurück. Nur fünf Prozent der Befragten erklärten, in den vergangenen zwei Wochen an extremen Trinkgelagen beteiligt gewesen zu sein. Die werden von den Forschern dadurch definiert, dass 15 oder mehr Drinks am Stück konsumiert werden.

Die Zahl der Studenten, die Kokain konsumierten, stieg von 2,7 Prozent im Jahr 2013 auf 4,4 Prozent 2014. Man könne jedoch noch nicht sagen, dass die Droge gerade ein Comeback an den US-Unis erlebe, sagte Johnston.

Welche Erfahrungen haben Sie an Schweizer Universitäten gemacht? Welches Suchtmittel ist hier am beliebtesten: Alkohol, Nikotin oder Cannabis? Und wie halten Sie es damit? Erzählen Sie uns davon im Kommentarfeld.

(fee/sda)

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