Aktualisiert 23.06.2015 11:59

Ärztlich bestätigtUS-Teenager stirbt an Pest

Vor wenigen Wochen ist ein 16-Jähriger in den USA an der Beulenpest gestorben. Das hat nun ein offizieller Befund ergeben.

von
cmr
Pest-Bakterien: Vereinzelt gibt es  weltweit  immer wieder Fälle.

Pest-Bakterien: Vereinzelt gibt es weltweit immer wieder Fälle.

Die Gesundheitsbehörde in Denver im Bundesstaat Colorado hat offiziell bestätigt, dass der am 8. Juni plötzlich verstorbene Taylor Gaes tatsächlich der Pest zum Opfer gefallen ist. Das berichtet der US-Sender CBS. Wahrscheinlich hat sich der Jugendliche durch einen Flohbiss oder Kontakt zu einem toten Tier mit bakteriell infiziert, glauben Experten.

Auch wenn die Seuche als ausgerottet gilt – es infizieren sich weltweit immer noch vereinzelt Menschen mit der Beulenpest. Etwa in Asien, Afrika und Südamerika. Auch in den USA sterben jährlich immerhin sieben Mensche an der Seuche. In Europa ist die Pest dagegen ausgestorben. In Colorado ist Gaes' tragischer Tod der erste Pestfall seit 1999.

Pest-Erreger sind noch aktiv

Letztes Jahr machte eine Forschergruppe unter Beteiligung deutscher Wissenschaftler auf sich aufmerksam. Sie hatten aus einem Dutzend verschiedener Erreger-Varianten einen Stammbaum des Pest-Bakteriums gezüchtet. Das Team, das seine Ergebnisse im Fachblatt «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlicht hat, glaubt, das manche Stämme nicht ausgerottet worden sind, sondern sich in manchen Teilen der Erde sogar etabliert haben.

Pest-Erreger könnten jederzeit erneut Pandemien verursachen, warnen die Autoren. Allerdings verweisen sie auch auf heute erhältliche Antibiotika gegen die Bakterien, so dass eine große Ausbreitung unwahrscheinlicher sei als früher.

Seuche hängt vom Klima ab

Warum manche Pest-Erreger verschwanden, beantworten die Forscher nicht. Ihre Vermutung lautet, dass Pandemien mit veränderten klimatischen Bedingungen zu tun hat. «Allen gingen Perioden außergewöhnlichen Regens voraus», heißt es in dem Papier. Während des Mittelalters raffte die Pest rund ein Drittel der Bevölkerung Europas dahin.

Gaes' Asche wurde inzwischen auf der Familien-Ranch verstreut. Das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigte vor der Beerdigung die mehreren Hundert Trauergäste über die Todesursache des Jungen. Es bestand aber keine Ansteckungsgefahr, hieß es.

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