Anhörung im US-Senat - US-Turnerinnen werfen FBI schwere Fehler in Missbrauchs-Skandal vor
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Anhörung im US-SenatUS-Turnerinnen werfen FBI schwere Fehler in Missbrauchs-Skandal vor

Mehrere US-Spitzenturnerinnen haben am Mittwoch vor dem Senat ausgesagt. Sie kritisierten das FBI scharf, das von den Missbrauchsvorwürfen gegen Teamarzt Larry Nassar gewusst habe, aber viel zu lange untätig blieb.

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Aly Raisman, Simone Biles, McKayla Maroney und Maggie Nichols sagten am Mittwoch vor dem Justizausschuss des US-Senats aus.

Aly Raisman, Simone Biles, McKayla Maroney und Maggie Nichols sagten am Mittwoch vor dem Justizausschuss des US-Senats aus.

AFP
Dabei wurde Superstar Simone Biles von ihren Gefühlen übermannt.

Dabei wurde Superstar Simone Biles von ihren Gefühlen übermannt.

REUTERS
Die Sportlerinnen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Bundespolizeibehörde FBI.

Die Sportlerinnen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Bundespolizeibehörde FBI.

Reuters

Darum gehts

  • Von sexuellem Missbrauch durch Ex-Teamarzt Larry Nassar betroffene US-Athletinnen haben am Mittwoch vor dem Senat ausgesagt.

  • Sie erhoben schwere Vorwürfe wegen Untätigkeit gegen das FBI und Sportverbände.

  • Das FBI habe viel zu spät reagiert und es vorgezogen, zu lügen statt weitere Opfer zu schützen.

Im Missbrauchsskandal um den inzwischen verurteilten ehemaligen US-Turnarzt Larry Nassar haben die Olympiasiegerinnen Simone Biles, Alexandra Raisman und McKayla Maroney vor dem Senat schwere Vorwürfe gegen das FBI und andere erhoben. Bei einer Anhörung im Justizausschuss der Kongresskammer schilderten die Turnerinnen am Mittwoch auf eindringliche Weise ihre Erlebnisse. Sie beklagten, die US-Bundespolizei und Verantwortliche der zuständigen Sportverbände hätten ihre Hinweise auf den Missbrauch lange Zeit nicht verfolgt und so mitverschuldet, dass Nassar viele weitere Mädchen habe missbrauchen können.

Maroney erzählte, wie sie im Sommer 2015 dem FBI am Telefon in schmerzhaften Details geschildert habe, was Nassar ihr angetan habe. Der FBI-Beamte habe ihre Erlebnisse heruntergespielt und gesagt: «Ist das alles?» Die Bundespolizei habe ihre Aussage zunächst lange nicht gemeldet und erst nach 17 Monaten dokumentiert, ihre Schilderungen dabei aber «völlig falsch» dargestellt. «Sie haben sich entschieden, über das, was ich sagte, zu lügen und einen Serien-Missbraucher zu schützen, anstatt nicht nur mich, sondern unzählige andere zu schützen.» Durch die Untätigkeit habe das FBI Nassar erlaubt, sich mehr als ein Jahr lang frei zu bewegen und mit seinem Missbrauch weiterzumachen. Die beteiligten FBI-Beamten hätten ein Verbrechen begangen, beklagte sie. Wie die «New York Times» unter Berufung auf den Untersuchungsbericht des Generalinspektors der Staatsanwaltschaft schreibt, soll Nassar so in der Lage gewesen sein, weitere 70 Frauen zu missbrauchen.

«Pädophilem unschuldige Kinder auf Silbertablett serviert»

Die Turnerinnen beklagten auch schwere Versäumnisse der involvierten Sportverbände. Biles sagte, «ein ganzes System» habe Nassars Missbrauch ermöglicht. Raisman formulierte es so: «Es war, als würde man einem Pädophilen auf dem Silbertablett unschuldige Kinder servieren.» Neben den drei Olympionikinnen sagte auch die Turnerin Maggie Nichols vor dem Ausschuss aus.

Nassar wurde seit Sommer 2017 in insgesamt drei Urteilen für seine kriminellen Übergriffe auch gegen Minderjährige zu Gefängnisstrafen von bis zu 175 Jahren verurteilt. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Mädchen sexuell misshandelt zu haben. Insgesamt hatten hunderte Turnerinnen und ihre Eltern gegen ihn geklagt, darunter auch Raisman, Maroney und Biles.

Ein Mitte Juli veröffentlichter Bericht des Büros des Generalinspekteurs im US-Justizministerium war zu dem Schluss gekommen, dass das FBI Hinweise auf den sexuellen Missbrauch durch Nassar falsch behandelt und ihm so Monate Zeit für weitere Taten ermöglicht habe. FBI-Beamte hätten nicht mit der bei Vorwürfen dieser Art nötigen «Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit» reagiert, hiess es.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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(DPA/trx)

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