Aktualisiert

US-Vizepräsident Cheney drückt sich um Aussage

US-Vizepräsident Dick Cheney wird entgegen den bisherigen Erwartungen doch nicht vor Gericht für seinen früheren Stabschef Lewis «Scooter» Libby aussagen.

Stattdessen kündigte die Verteidigung Libbys am Dienstag überraschend an, ihr Plädoyer bereits am Mittwoch abzuschliessen.

Libby ist im Skandal um die Enttarnung einer US-Spionin des Meineids angeklagt. Er beteuert seine Unschuld. Die Verteidigung hatte zuvor in Erwägung gezogen, Cheney in den Zeugenstand zu rufen.

Damit hätte ein führender Architekt des Irak-Krieges unter Eid über die Strategie der US-Regierung zur Rechtfertigung der Invasion befragt werden können. Die Verteidigung erläuterte die Hintergründe ihrer Entscheidung zunächst nicht.

Die Enttarnung der US-Agentin Valerie Plame hatte eine der heftigsten Affären in der zweiten Amtszeit von Präsident George W. Bush ausgelöst. Bis zuletzt standen dessen engste Mitarbeiter in dem Verdacht, die Identität der Frau gezielt preisgegeben zu haben.

Ziel sei gewesen, ihren Mann, den ehemaligen US-Botschafter Joseph Wilson, für seine Kritik am Irak-Krieg zu bestrafen. Libby wird in dem Fall vorgeworfen, Ermittler belogen zu haben, als sie versuchten herauszufinden, wer die Identität der Agentin im Jahr 2003 der Öffentlichkeit preisgab.

(sda)

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