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UnangekündigtUS-Vizepräsident zu Besuch im Irak eingetroffen

Zum zweiten Mal innerhalb eines Vierteljahres ist US-Vizepräsident Joe Bidenzu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen. Biden wollte unter anderem mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki und Präsident Dschalal Talabani zusammentreffen.

Kurz nach der Ankunft des US-Politikers wurden mehrere Granaten oder Raketen auf die schwer gesicherte Grüne Zone im Zentrum Bagdads abgefeuert, in der sich viele Regierungsgebäude befinden. Die irakische Polizei sprach von zwei Granatsalven, die nahe der US- Botschaft niedergegangen seien, aber das Gelände der Vertretung verfehlt hätten.

Es handelt sich um den dritten Besuch Bidens im Irak in diesem Jahr. Er war bereits im Januar und im Juli dort gewesen. Biden wurde von Präsident Barack Obama mit der Aufgabe betraut, die Aussöhnung im Irak vor dem Hintergrund des bis Ende 2011 geplanten Abzugs der US-Streitkräfte voranzubringen. Derzeit sind 128'000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Sorge vor Machtvakuum

Der erneute Besuch des in der US-Regierung für den Irak zuständigen Vizepräsidenten signalisiert die wachsende Sorge vor einem Machtvakuum nach dem US-Truppenrückzug. Trotz massiven US- Drucks ist es bislang nicht gelungen, die Führer der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu einer einheitlichen Linie bei der Verteilung der Macht und die Kontrolle über die Rohstoffe des Landes zu bewegen.

Irak verfügt über die drittgrössten Ölreserven der Welt. Die US- Regierung versucht seit 2006 Kurden, Schiiten und Sunniten auf ein gemeinsames Gesetz etwa zur weiteren Ausbeutung der Ölreserven zu verpflichten.

In den USA wächst die Sorge, dass innerirakische Rivalitäten die Stabilität des Landes gefährden könnten.

Auch die Spannungen mit den Nachbarländern haben in jüngster Zeit zugenommen. So wirft die Führung in Bagdad Syrien vor, Attentäter zu beherbergen.

(sda)

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