Aktualisiert 05.03.2004 12:38

US-Wahlen 2004: Killt Aussenseiter Nader John Kerry?

In John Kerry hat George W. Bush einen starken Herausforderer. Bei den Demokraten weckt jedoch die Bewerbung des unabhängigen Kandidaten Ralph Nader Ängste.

Denn Nader hat sich bereits genug Unterstützung gesichert, um das Ergebnis der Wahlen im November beeinflussen zu können.

Bush kam in der jüngsten Umfrage auf 46 Prozent, Kerry auf 45 und Nader auf 6 Prozent. Letzterer war im Jahr 2000 als Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Grünen angetreten. Er gab seine Kandidatur für die diesjährige Wahl am 22. Februar bekannt. In vorherigen Umfragen, die die Kandidatur Naders noch nicht berücksichtigten, lag Kerry teilweise vor Bush.

Seit Naders Ankündigung versuchen Wahlstrategen und Beobachter abzuschätzen, welchen Einfluss die Kandidatur des Verbraucherschutzaktivisten auf das Wahlergebnis haben wird. Die Demokraten machen Nader immer noch für Al Gores Wahlniederlage im Jahr 2000 verantwortlich. Nader erhielt zwar lediglich 2,7 Prozent der Wählerstimmen, aber in Florida und New Hampshire waren Bushs Siege so knapp, dass Gore die Wahl gewonnen hätte, wenn er Naders Stimmen erhalten hätte. Wählernachfragen zeigten damals, dass ungefähr die Hälfte von Naders Wählern Gore unterstützt hätte, wenn der Grünen-Politiker nicht angetreten wäre. Nader selbst lehnt jegliche Verantwortung für Gores Niederlage ab.

Die Zustimmung für Bushs Amtsführung lag laut der Umfrage bei 48 Prozent, wohingegen 49 Prozent seine Politik ablehnten. Damit ist die Unterstützung für den Präsidenten, die kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bei nahezu 90 Prozent lag, in den vergangenen Wochen auf das niedrigste Niveau seiner gesamten Amtszeit gefallen. Terry Holt, ein Sprecher des Wahlkampfteams von Bush, sagte zu den Umfragewerten: «Es sind noch mehr als 240 Tage bis zur Wahl. Wir haben einen langen Weg vor uns und erwarten, dass es durchgehend ein Kopf-an-Kopf-Rennen sein wird - egal, welche Faktoren ins Spiel kommen.»

Kerry punktete in der Umfrage vor allem bei Minderheiten, Menschen mit niedrigen Einkommen, Singles, Senioren und Katholiken. Bush dagegen ist besonders bei Weissen, Männern, Protestanten, Hausbesitzern und Bewohnern von Vororten beliebt. Die Umfrage lässt vermuten, dass Nader wahrscheinlich vor allem von jungen Erwachsenen und unabhängigen Wählern unterstützt werden wird.

Die Erhebung wurde von Montag bis Mittwoch unter 771 registrierten Wählern von Ipsos-Public Affairs für AP durchgeführt. (dapd)

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