US-Wahlen: Amerikaner in Zürich nehmens cool
Aktualisiert

US-Wahlen: Amerikaner in Zürich nehmens cool

Eine Woche vor den Wahlen verhalten sich die US-Amerikaner in Zürich erstaunlich unpatriotisch. Das Sternenbanner bleibt am Wahltag oft im Schrank.

Patriotische Gefühle kommen nur wenige auf, wenn der American Club of Zurich (ACZ) am nächsten Mittwoch zum «Election Breakfast» bittet. Ohne grosses Aufsehen werden die Schweiz-Amerikaner die Wahl im Hotel Marriott auf Grossleinwand mitverfolgen. Eingeladen sind auch die Mitglieder der Swiss American Chamber of Commerce. Reden und Diskussionen sollen aber keine stattfinden: «Wir sind ein unpolitischer Club», so ACZ-Präsident Marnin Michaels. Ebenso wenig wird der Saal in den Farben des Sternenbanners dekoriert: «Es findet schliesslich keine Fasnacht statt», so eine Mitarbeiterin der Chamber.

Wo ist der Nationalstolz geblieben? USA-Kenner Erich Gysling: «Wegen der Anti-Bush-Haltung der Europäer wagen es vielleicht viele nicht mehr, öffentlich zu ihrer Meinung zu stehen.» Der in der Schweiz lebende Amerikaner Joel Blom sieht es anders: «Ob Bush oder Kerry – die Wahlen werden am System nicht viel verändern.» Deshalb werde er am Wahl-Abend lieber Bingo spielen.

Alexandra Roder

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