Digitale Kristallkugel: US-Wahlen: Der Sieger stand schon fest
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Digitale KristallkugelUS-Wahlen: Der Sieger stand schon fest

Ein Schweizer Forscher hat ein Programm entwickelt, das Kommunikationsströme im Web analysiert. Aus den gewonnenen Resultaten lassen sich erstaunlich genaue Prognosen stellen.

Der Ausland-Schweizer Peter A. Gloor forscht im Auftrag des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er die Software «Condor». Das Programm durchsucht Newsseiten, Blogs, E-Mail-Archive, Literatur-Datenbanken oder Foren und erfasst so innert kürzester Zeit die aktuelle Meinungslage im Internet, berichtet Focus Online.

Dabei werden nicht nur positive und negative Meldungen zu einer bestimmten Thematik gegeneinander aufgewogen, sondern auch deren Relevanz berücksichtigt. Je mehr wichtige Leser ein Beitrag erreicht, desto relevanter wird er eingestuft. «Wer 100 Freunde hat, und alle sind aus dem Kegelverein, hat weniger Einfluss als jemand, der nur zwei Freunde hat, wenn diese Barack Obama und Bill Gates heissen», wird Gloor auf Focus zitiert.

Um zu beweisen, dass Condor ernstzunehmende Prognosen stellen kann, machten Gloor und sein Team die Probe aufs Exempel und versuchten im Vorfeld der Oscar-Verleihungen mit Hilfe des Programms vorauszusagen, welcher Hollywood-Streifen eine Trophäe einheimsen wird. Neun Filme aus den prognostizierten Top Ten wurden nominiert, fünf davon gewannen einen Oscar. Condor wurde auch auf Obama und McCain angesetzt, Gloors Prognose für den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen steht fest: «Obama müsste schon etwas sehr Falsches sagen, um noch zu verlieren.»

(mbu)

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