US-Wahlen: Die Töchter der Kandidaten

Aktualisiert

US-Wahlen: Die Töchter der Kandidaten

Im US-Wahlkampf setzen die Kandidaten auch ihren Nachwuchs ein. Chelsea Clinton tritt an Schulen auf und bekommt unangenehme Fragen gestellt. Meghan McCain betätigt sich als Klatschbloggerin. Und Barack Obamas kleine Töchter sorgen für den «Jöh-Effekt».

von
Peter Blunschi

Während ihrer acht Jahre im Weissen Haus hatten Bill und Hillary Clinton ihre Tochter Chelsea rigoros von den Medien ferngehalten. Es galt schon als Sensation, als man zum ersten Mal ihre Stimme am Fernsehen hören konnte. Auch während ihrer Studienzeit in Stanford und Oxford mied die 28-Jährige, die heute für einen Hedgefond in New York arbeitet, das Licht der Öffentlichkeit. Entsprechend wenig ist über ihr Privatleben bekannt.

Im laufenden Wahlkampf hat sich das geändert. Chelsea Clinton tritt regelmässig an Veranstaltungen auf – vorzugsweise an Schulen - und wirbt für ihre Mutter um Wählerstimmen. Eines hat sich dabei nicht geändert: Die Medien haben nach wie vor keinen direkten Zugang zur Clinton-Tochter. Trotzdem ist sie nicht vor den Fallstricken der Politik gefeit, wie Chelsea erst diese Woche erfahren musste.

Bei einer Diskussion mit Studenten an einem College in Indianapolis wurde die ehemalige «First Daughter» mit der Frage konfrontiert, ob Bill Clintons Affäre mit Monica Lewinsky der Glaubwürdigkeit ihrer Mutter geschadet habe. Chelsea musste sichtlich um ihre Fassung ringen und antwortete dann kurz und knapp: «Ich denke, das geht euch nichts an.» Der Vorfall wurde in den US-Medien breit abgehandelt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Hillarys Bosnien-Schwindel.

Klatsch aus dem Wahlkampf

Ähnliches muss Meghan McCain kaum befürchten. Zwar ist sie als einziges von John McCains sieben Kindern (darunter zwei Stiefsöhne und eine Adoptivtochter) im Wahlkampf des republikanischen Kandidaten engagiert. Doch ihre Sache sind nicht Auftritte im Rampenlicht. Sie betätigt sich zusammen mit zwei Freundinnen als Wahlkampf-Bloggerin. Politische Statements sind in ihrem Weblog allerdings keine enthalten.

Die 23-Jährige, die an der New Yorker Columbia-Universität Kunstgeschichte studiert hatte, bekennt sich offen dazu, nicht sonderlich an Politik interessiert zu sein. Sie befriedigt lieber das Bedürfnis nach Klatschgeschichten rund um Daddys Wahlkampf. So schreibt Meghan über seinen neuen Tourbus, er sei «total aufgepimpt». Sie berichtet über «10 Dinge, die ihr über meine Mutter nicht wisst» (etwa dass sie «am Geschmack erkennen kann, ob ein Bier frisch ist oder nicht»). Und auf MTV sagte sie schon mal, Barack Obama sei «sexy».

Tiefschürfende Einsichten dieser Art haben ihr schon viel Spott eingebracht. «Es nervt mich, wenn man mich als dumm bezeichnet, nur weil ich Filme, Musik und Mode mag», sagte Meghan McCain der «Washington Post». Sie bekennt sich dazu, ein «Fashion Victim» zu sein und träumt von einer Karriere als Designerin. Besonders Schuhe haben es ihr angetan. Das Logo ihres Weblogs zeugt davon, und wenn sie Promis trifft, achtet sie auf deren Füsse, selbst bei einem Schwergewicht wie Henry Kissinger (er trug schwarze Slipper). Auch Chelsea Clinton habe bei ihrem Treffen «wirklich niedliche» Schuhe getragen, schrieb McCain in ihrem Blog.

Gegen Britney, für Beyoncé

Vor Peinlichkeiten dieser Art muss sich Barack Obama kaum fürchten. Seine Töchter Malia (9) und Sasha (7) sind im Primarschulalter und sorgen in erster Linie für einen «Jöh-Effekt». Allerdings treten sie nur selten in der Öffentlichkeit auf. Zuletzt war dies nach Obamas Sieg in der ersten Vorwahl in Iowa der Fall. Über ihre Vorlieben ist wenig bekannt. Einmal äusserte sich ihr Vater in einem Interview: Britney Spears und Paris Hilton seien für die beiden «igitt». Dafür seien sie grosse Fans von Beyoncé und der Disney-TV-Serie «Hannah Montana» (bei uns auf Super RTL zu sehen).

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