US-Wirtschaft hat an Fahrt verloren
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US-Wirtschaft hat an Fahrt verloren

Die US-Wirtschaft hat an Fahrt verloren und ist zu Jahresbeginn deutlich langsamer gewachsen als zunächst angenommen: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte im ersten Quartal binnen Jahresfrist nur um 3,9 Prozent zu.

Dies teilte das Handelsministerium der weltgrössten Volkswirtschaft in Washington am Donnerstag mit. Bislang war das Ministerium von 4,4 Prozent ausgegangen. Analysten hatten mit keiner Revision gerechnet, nachdem das BIP im letzten Quartal 2003 um 4,1 Prozent gewachsen war.

Mit der Korrektur des endültigen Wertes nach unten lag das US- Wirtschaftswachstum nicht wie bislang angenommen über dem Vorquartal, als die US-Wirtschaft 4,1 Prozent gewachsen war. Inflationsbereinigt betrug das Bruttoinlandsprodukt auf Jahresbasis 10,7 Billionen Dollar.

Die Revision war nötig geworden, weil mehr Waren eingeführt wurden als bislang angenommen. Mit steigender Nachfrage haben zahlreiche Firmen ihre Produktion hochgefahren und Lagerbestände aufgefüllt. Das Handelsdefizit betrug im März 46,6 Mrd. Dollar. Auch die privaten Konsumausgaben fielen demnach deutlich geringer aus als geschätzt.

Teuerung gestiegen

Zugleich beschleunigte sich nach den am Freitag vorgelegten Daten des Handelsministeriums die Inflation. Die Zahlen belegen nach Einschätzung von Analysten, dass der US-Konjunktur keine Überhitzung droht.

Die Jahresteuerung auf Basis des Konsumenten-Preisindexes - ein wichtiger Indikator für die Zinspolitik der Fed - stieg nach Ministeriumsangaben im ersten Quartal ohne Berücksichtigung der Nahrungsmittel- und Energiepreise auf 2,0 Prozent nach 1,7 Prozent in der vorherigen Schätzung.

Damit werde die Erwartung einer moderaten Zinserhöhung der US- Notenbank in der kommenden Woche gestützt. Der Dollar reagierte auf die Daten mit Kursverlusten zum Euro.

Fed-Schlüsselzins

Nach Einschätzung von US-Händlern an der Wall Street wird die Fed ihren Schlüsselzins in der nächsten Woche um 25 Basispunkte erhöhen und im August einen gleich grossen Schritt folgen lassen. Dies wäre die erste Anhebung seit vier Jahren.

Selbst die Wortwahl im Kommentar, den die Fed üblicherweise im Anschluss an ihre Zinsentscheidung veröffentlicht, dürfte nach nahezu übereinstimmender Ansicht der befragten Anleihe-Händler unverändert bleiben. Dabei werde die Fed an ihrer Annahme eines «massvollen Tempos» der Straffung der Geldpolitik festhalten. (sda)

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