Afghanistan: USA bestätigen zivile Opfer bei Luftangriff

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AfghanistanUSA bestätigen zivile Opfer bei Luftangriff

Das US-Militär und die afghanische Regierung haben bestätigt, dass bei einem Luftangriff in der vergangen Woche im Westen Afghanistans Zivilisten getötet worden sind.

In der gemeinsamen Erklärung am Samstag wurden keine genauen Angaben zur Zahl der Toten gemacht. Lokale Behördenvertreter berichteten dagegen, die Dorfbewohner von Ganj Abad und Geraani hätten Listen erstellt, auf denen 147 Opfer der US-Luftangriffe verzeichnet seien. Viele der Toten seien Zivilisten, die in ihren Häusern vor den schweren Kämpfen in dem Gebiet Zuflucht gesucht hätten.

Das amerikanische Militär und die Regierung in Kabul erklärten dagegen, den gemeinsamen Ermittlerteams sei es nicht möglich gewesen, festzustellen, welche der Opfer zu den Taliban gehörten und welche unbeteiligt gewesen seien. Alle Toten seien bereits beerdigt worden.

Die Dorfbewohner hätten zwar Zuflucht in ihren Häusern gesucht, nach Militärangaben seien sie dort aber von den Taliban absichtlich festgehalten worden. Die Aufständischen hätten dann aus den Häusern heraus die afghanischen und ausländischen Koalitionstruppen angegriffen.

»Nicht akzeptabel»

Der afghanische Präsident Hamid Karsai fordert ein Ende der US- Luftangriffe. Die Luftangriffe seien «nicht akzeptabel», sagte Karsai am Freitagabend im US-Fernsehsender CNN.

«Wir glauben sehr, dass Luftangriffe im Kampf gegen den Terrorismus nicht wirksam sind, dass es durch Luftangriffe eher zivile Opfer gibt.» Nach Karsais Angaben kamen bei den Angriffen am vergangenen Dienstag etwa 130 Zivilisten ums Leben.

Die Präsidenten Afghanistans und Pakistans hatten sich vergangene Woche mit ihrem Amtskollegen Barack Obama in Washington getroffen, um über eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die radikal- islamischen Taliban zu beraten.

(sda)

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