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Kampf gegen ISISUSA bewaffnen Kurden im Irak

Die USA haben begonnen, die Kurden im Irak mit Waffen auszustatten. Damit sollen sie im Kampf gegen die Islamisten unterstützt werden.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer bewachen Anfang August einen Checkpoint in der Nähe der Stadt Irbil im Norden des Iraks.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer bewachen Anfang August einen Checkpoint in der Nähe der Stadt Irbil im Norden des Iraks.

Die USA wollen mit Waffenlieferungen an kurdische Kämpfer einen weiteren Vormarsch radikaler Islamisten im Irak erschweren. Die Lieferungen hätten bereits vergangene Woche begonnen, sagte die Vize-Sprecherin im US-Aussenamt, Marie Harf, dem Sender CNN am Montag.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte vor zwei Monaten eine blutige Offensive begonnen, die eine Massenflucht auslöste. Nach Angaben der UNO waren allein in der vergangenen Woche rund 200'000 Menschen vor der Terrorgruppe geflohen. Die meisten von ihnen sind Jesiden und Christen.

Die radikalen Islamisten von IS verfolgen in den von ihnen kontrollierten Gebieten Gegner und Andersgläubige mit rücksichtsloser Gewalt. Am Montag rückte die Terrormiliz mit der Einnahme der Stadt Dschalaula im Zentrum des Landes näher an die Hauptstadt Bagdad heran. Kurdische Kämpfer stellen sich den Extremisten aber in den Weg.

«Wir arbeiten mit der irakischen Regierung zusammen, um den Kurden Waffen zu liefern, die sie sehr dringend benötigen», sagte Harf. Die Iraker würden Waffen aus ihren Lagern zur Verfügung stellen, und die USA täten dasselbe. Neben Waffen schicken die USA auch ein Team von Katastrophenhelfern in den Irak.

Deutschland will sich auf humanitäre Hilfe beschränken. Waffenlieferungen - etwa an die Kurden im Nordirak - stünden derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums.

Frankreich setzt sich auf EU-Ebene für Waffenlieferungen an die nordirakischen Kurden ein. Über das Thema sollte am Dienstag bei einem Sondertreffen der EU-Botschafter in Brüssel gesprochen werden. Der britische Aussenminister Philip Hammond hat eine militärische Beteiligung an US-Luftschlägen im Irak zunächst ausgeschlossen.

Kurden baten um Hilfe

Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete, Massud Barsani, hatte die USA und weitere Verbündete zuvor um Waffenlieferungen gebeten. «Es ist entscheidend, dass wir umgehend militärische Unterstützung von der Vereinigten Staaten und anderen Freunden erhalten», schrieb Barsani in der «Washington Post» (Montag).

Die USA greifen seit vergangenem Freitag militärisch im Irak ein, um die schlecht ausgerüsteten und unzureichend trainierten kurdischen Kämpfer zu unterstützen. Die IS-Extremisten, die weite Teile des Irak eingenommen haben, kämpfen dagegen mit hochwertigen Waffen der USA, die oft von irakischen Sicherheitskräften zurückgelassen wurden. Bei den Luftangriffen des US-Militärs geht es also auch darum, die eigenen Waffen in den Händen von Extremisten zu zerstören.

Das US-Militär setzte seine Luftangriffe auf Stellungen von IS-Extremisten fort, teilte das Pentagon am Montag mit. Am späten Sonntagabend (Ortszeit) hätten Kampfflugzeuge mehrere Fahrzeuge eines Konvois zerstört, der kurdische Kämpfer nahe Erbil angreifen wollte.

Machtkampf in Bagdad

In Bagdad entbrannte am Montag ein offener Machtkampf um die zukünftige Regierung. Präsident Fuad Massum beauftragte auf Vorschlag der schiitischen Parteien den Politiker Haidar al-Abadi mit der Regierungsbildung. Der Staatschef ging damit auf Konfrontation zu Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der selbst ebenfalls Schiit ist und für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt werden will.

Dieser lehnte einen Rücktritt ab und bezeichnete die Entscheidung, al-Abadi mit der Regierungsbildung zu beauftragen, als Verfassungsbruch. Der einzige Kandidat für eine Regierungsbildung sei er selbst, sagte al-Maliki am Montagabend laut der Nachrichtenseite al-Sumeria in einer TV-Ansprache. (sda)

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