Wikileaks: USA: Calmy-Rey wollte sich profilieren
Aktualisiert

WikileaksUSA: Calmy-Rey wollte sich profilieren

In den Wikileaks-Depeschen ärgern sich die Amerikaner über das Vorgehen Calmy-Reys. Im Iran habe sie damit gar internationale Anstrengungen sabotiert.

von
daw
US-Botschafter Peter Coneway zufolge wollte Micheline Calmy-Rey ihr «eigenes Profil stärken».

US-Botschafter Peter Coneway zufolge wollte Micheline Calmy-Rey ihr «eigenes Profil stärken».

Die Wikileaks-Depeschen aus der US-Botschaft in Bern bringen nun auch Micheline Calmy-Rey in eine ungemütliche Situation: Der ehemalige Botschafter Peter Coneway schimpft ­darin über ihren Vermittlungsvorschlag bei den Atomverhandlungen mit dem Iran. Die Aussenministerin hatte Teheran 2007 mit dem «Swiss Paper» verpflichten wollen, keine weiteren Uran-Zentri­fugen in Betrieb zu nehmen. Im Gegenzug hätten keine weiteren Sanktionen mehr gegen den Iran verhängt werden sollen. Mit dieser Initiative habe Calmy-Rey die «internationalen Anstrengungen behindert», zitiert «Der Spiegel» aus Coneways Korrespondenz nach Washington. Im Vermittlungsvorschlag habe sie «offensichtlich eine Chance ge­sehen, ihr eigenes Profil zu stärken». Und ­Velia De Pirro von der US-Mission in Genf spottet: Calmy-Rey sehe die Schweiz selbst dann noch als Vermittler, «wenn ­offensichtlich nichts zu ver­mitteln ist».

Die neuen Enthüllungen dürften jene bürgerlichen Kri­tiker im Inland bestätigen, die Calmy-Rey seit Jahren «Profi­lierungssucht» vorwerfen: «Für sie scheint nicht der Erfolg der Vermittlungsbemühungen entscheidend, sondern das öffentliche Scheinwerferlicht und

die Selbstinszenierung», sagte etwa Christoph Mörgeli (SVP) einst. Das Aussendepartement wollte zu den Depeschen keine Stellung nehmen. (daw/20 Minuten)

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