Warnung aus Washington – USA drohen China bei Russland-Hilfe «erhebliche Konsequenzen» an

Publiziert

Warnung aus WashingtonUSA drohen China bei Russland-Hilfe «erhebliche Konsequenzen» an

Im Ukraine-Krieg gibt China seinem «strategischen Partner» Russland Rückendeckung. Aber wird es ihm auch wirtschaftlich und militärisch helfen oder gegen Sanktionen verstossen? Die USA sind beunruhigt.

1 / 9
In Rom ist es am Montag zu einem Spitzentreffen mit dem obersten chinesischen Aussenpolitiker Yang Jiechi und dem nationalen US-Sicherheitsberater Jake Sullivan gekommen.

In Rom ist es am Montag zu einem Spitzentreffen mit dem obersten chinesischen Aussenpolitiker Yang Jiechi und dem nationalen US-Sicherheitsberater Jake Sullivan gekommen.

IMAGO/Xinhua
Jake Sullivan brachte die «schwerwiegende Besorgnis» Washingtons über Chinas Nähe zu Moskau zum Ausdruck.

Jake Sullivan brachte die «schwerwiegende Besorgnis» Washingtons über Chinas Nähe zu Moskau zum Ausdruck.

imago images/UPI Photo
Jen Psaki, Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, drohte China ebenfalls «erhebliche Konsequenzen» an, sollte das Land Russland im Hintergrund des Ukraine-Kriegs wirtschaftlich oder militärisch helfen.

Jen Psaki, Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, drohte China ebenfalls «erhebliche Konsequenzen» an, sollte das Land Russland im Hintergrund des Ukraine-Kriegs wirtschaftlich oder militärisch helfen.

IMAGO/ZUMA Wire

Die USA haben China für den Fall einer Unterstützung Russlands mit «erheblichen Konsequenzen» gedroht. Bei einem ungewöhnlich langen Spitzentreffen mit dem obersten chinesischen Aussenpolitiker Yang Jiechi in Rom brachte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, die «schwerwiegende Besorgnis» Washingtons über Chinas Nähe zu Moskau zum Ausdruck, wie eine hohe Vertreterin der US-Regierung am Montag in einem Telefonbriefing mit Journalisten in Washington sagte.

Sullivan habe deutlich gemacht, «dass es erhebliche Konsequenzen geben wird, sollten sie militärische oder andere Hilfe leisten, die natürlich gegen Sanktionen verstossen oder die Kriegsanstrengungen unterstützen», sagte auch Biden-Sprecherin Jen Psaki. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass Russland China um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten haben soll, was beide Länder aber zurückgewiesen haben.

Vor diesem Hintergrund wandte sich Chinas Aussenpolitiker Yang Jiechi in dem Treffen gegen «Falschinformationen», die Chinas Position diskreditierten, wie das Aussenministerium am Dienstag in Peking berichtete. «Alle Seiten sollten ein Höchstmass an Zurückhaltung üben, Zivilisten schützen und eine grosse humanitäre Krise verhindern.» Die historischen Probleme der Ukraine-Frage sollten gelöst werden. Ziel müsse eine ausgewogene Sicherheitsarchitektur in Europa sein.

Russland soll China um Kampfdrohnen gebeten haben

Russland hat China nach einem Bericht der Finanzagentur Bloomberg zu Beginn der Invasion Ende Februar um die Lieferung von bewaffneten Drohnen gebeten. Darüber hätten US-Vertreter europäische Verbündete informiert. Wie China auf die Bitte reagiert habe, wurde nicht erwähnt. Laut Bloomberg ging es bei dem Spitzentreffen in Rom auch um US-Sorgen über einen möglichen Einsatz von chemischen oder biologischen Waffen durch Russland in der Ukraine.

Die Planungen für das Treffen in Rom hätten bereits nach einer Videoschalte Bidens mit Chinas Präsident Xi Jinping Mitte November begonnen, berichtete die US-Regierungsvertreterin. «Es war eine intensive, siebenstündige Sitzung, die den Ernst der Lage ebenso widerspiegelte wie unsere Verpflichtung zur Aufrechterhaltung offener Kommunikationslinien.» Es ging bei dem Treffen mit Yang Jiechi, der als oberster Aussenpolitiker der Partei noch über Chinas Aussenminister steht, auch um die Eskalation der Spannungen durch Nordkorea.

China folgt dem russischen Narrativ

Chinas Aussenminister Wang Yi sieht sein Land «nicht als Partei» im Ukraine-Konflikt. Seine Regierung wolle auch nicht, «dass die Sanktionen China treffen», sagte Wang Yi nach offiziellen Pekinger Angaben am Vortag in einem Telefonat mit seinem spanischen Kollegen José Manuel Albares. China lehne Sanktionen grundsätzlich ab. «China hat das Recht, seine legitimen Rechte und Interessen zu schützen», zitierte ihn das Aussenministerium.

Diplomaten und Experten sehen China alles andere als neutral. So pflegen Russland und China eine «strategische Partnerschaft». Bis heute hat China die Invasion in die Ukraine nicht verurteilt, stellt die USA als Hauptverursacher der Krise dar und folgt dem russischen Narrativ. Nach dem Spitzentreffen in Rom sprach das Aussenministerium von «freimütigen, tiefgehenden und konstruktiven» Gesprächen.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:


(DPA/job)

Deine Meinung

114 Kommentare