USA gesteht IAEA Führungsrolle zu
Aktualisiert

USA gesteht IAEA Führungsrolle zu

Im Kompetenzstreit um die Inspektionen der libyschen Atomanlagen haben die USA der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach Angaben von IAEA-Chef Mohamed el Baradei die führende Rolle überlassen.

Die IAEA werde die Kontrollen übernehmen, sagte Baradei nach einem Treffen mit dem Staatssekretär im US-Aussenministerium, John Bolton und dessen britischem Kollegen William Ehrman am Montag. Beide Seiten hätten «eine Vereinbarung über das erzielt, was getan werden muss».

Vor dem Treffen hatte Baradei gefordert, die Inspektoren müssten «ihre Rolle gründlich und unabhängig ausführen» können. Bolton sprach lediglich von einem «sehr produktiven Treffen».

Logistische Hilfe

Die IAEA benötige jedoch logistische Hilfe von den USA und Grossbritannien. Das Treffen habe der Koordinierung von Kontrollen und unterstützenden Massnahmen gedient.

Nach seiner Einschätzung sei «eine gute Vereinbarung» über das weitere Vorgehen erzielt worden, sagte Baradei. Washington beanspruchte bislang eine grössere Rolle bei der Entwaffnung Libyens, die IAEA lehnte dies jedoch ab.

Bolton machte keine Angaben über den Inhalt der Gespräche. «Ich denke, wir stehen mit der IAEA auf derselben Seite», sagte der für Waffenkontrolle zuständige US-Staatssekretär.

Besuch in Libyen

Sowohl die IAEA als auch amerikanische und britische Inspektoren waren in den vergangenen Wochen nach Libyen zu Atomkontrollen gereist.

Tripolis hatte am 19. Dezember nach Monate langen Geheimverhandlungen mit Washington und London den Verzicht auf Massenvernichtungswaffen bekannt gegeben und sich zur Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag bereit erklärt.

Die verschiedenen Kontroll-Missionen hatten zu Kompetenzgerangel zwischen Washington und Wien, dem Sitz der IAEA, geführt. Die IAEA will nach eigenen Angaben noch im Januar weitere Entwaffnungsexperten nach Libyen entsenden.

(sda)

Deine Meinung