Korea-Krise: USA heben Sanktionen gegen Nordkorea auf
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Korea-KriseUSA heben Sanktionen gegen Nordkorea auf

Nordkorea hat erstmals Einzelheiten seines Atomprogramms offengelegt und damit den Weg für ein Ende des Atomstreits frei gemacht. Die USA kündigten daraufhin ein Ende der Handelssanktionen an.

Zudem soll Nordkorea von der Liste der Terrorismus- Unterstützerstaaten gestrichen werden. US-Präsident George W. Bush begrüsste die Übergabe des nordkoreanischen Atomberichts als «Schritt in die richtige Richtung».

«Wir machen uns aber keine Illusionen über das Regime in Pjöngjang», sagte der US-Präsident. Die USA seien weiterhin «tief besorgt» etwa über Menschenrechtsverletzungen und die Urananreicherung in Nordkorea. Bush mahnte Nordkorea, nach der Übergabe der Atomliste weitere Forderungen zu erfüllen.

Weitere Schritte verlangt

So müsse Pjöngjang alle seine Atomanlagen demontieren, sein Plutonium aushändigen und «noch offene Fragen hinsichtlich seines angereicherten Urans und seiner Weiterverbreitungs-Aktivitäten beantworten». Der Bericht Nordkoreas sei erst der Anfang und nicht das Ende eines Prozesses.

Über den Inhalt der nordkoreanischen Erklärung wurde zunächst nicht bekannt. Es wurde erwartet, dass Pjöngjang darlegt, welches Atomprogramm es verfolgt und über welche Materialien und Einrichtungen es verfügt.

Dabei geht es auch um die Produktion und Lagerung von atomwaffenfähigem Plutonium. Nähere Auskünfte über die militärische Nutzung der Materialien sollte es aller Voraussicht nach jedoch nicht geben.

Mit der Auflistung erfüllt Nordkorea einen wesentlichen Bestandteil eines im vergangenen Jahr im Rahmen der Sechs-Nationen- Gespräche geschlossenen Vertrags über seine atomare Abrüstung. Ende 2007 hatte Nordkorea eine Frist zur Vorlage der Erklärung verstreichen lassen.

(dapd)

Die «Schurkenstaaten Liste»

Länder, die den Terrorismus unterstützen, fassen die USA auf einer Liste von «Schurkenstaaten» zusammen. Nach der Besetzung des Iraks und dem Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen sind es noch fünf Nationen.

Syrien gilt seit Dezember 1979 als «Schurkenstaat». Das Land soll palästinensische Terroristen beherbergen, hinter Attentaten auf Politiker in Libanon stecken und ausländische Kämpfer über seine Grenze in den Irak lassen.

Kuba steht seit März 1982 auf der Liste. Washington wirft dem Land vor, anderen «Schurkenstaaten» bei der Entwicklung biologischer Waffen geholfen zu haben und Terroristen in anderen Ländern zu unterstützen.

Iran wurde nach der islamischen Revolution von 1979 aus Sicht der USA zum «aktivsten Sponsor des Terrorismus» und steht seit Januar 1984 auf der Liste.

Nordkorea kam im Januar 1988 dazu, weil es Terroristen und Rebellen auf den Philippinen unterstützt haben soll. Angekreidet wird Pjöngjang zudem das Festhalten an seinem Atomprogramm.

Sudan, «Schurkenstaat» seit August 1993, wird Hilfe für Palästinensergruppen wie Hamas und Dschihad vorgeworfen.

Zudem gibt es eine US-Staatenliste nach dem 1917 erlassenen «Gesetz über Handel mit dem Feind» (Trading with the Enemy Act), mit dem die Regierung Wirtschaftsbeziehungen zu Firmen in den betroffenen Ländern untersagt. Solche Handelsverbote gelten nur für Nordkorea und Kuba.

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