USA: Kein sofortiger Rückzug aus dem Irak
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USA: Kein sofortiger Rückzug aus dem Irak

Die republikanische Partei von Präsident Bush hat ein Zeichen gesetzt. Im US-Repräsentantenhaus wurde nahezu einstimmig ein sofortiger Abzug der mehr als 150 000 Soldaten aus dem Irak abgelehnt.

403 Abgeordnete stimmten am Freitagabend in Washington gegen den Abzug und nur drei dafür.

Die nicht bindende Resolution war von der republikanischen Partei von US-Präsident George W. Bush eingebracht worden, nachdem führende Demokraten in den vergangenen Tagen einen Zeitplan für den Truppenrückzug gefordert hatten. Die Demokraten nannten die Resolution einen politischen Trick der Republikaner.

Vorausgegangen war der öffentliche Aufruf des einflussreichen demokratischen Abgeordneten John Murtha zu einem schnellen, aber nicht sofortigen Truppenrückzug aus dem Irak. Der hochdekorierte Vietnamkriegsveteran sprach von einem Krieg, auf den die USA nicht vorbereitet wären.

Es sei klar, dass die Anwesenheit der US-Truppen im Irak «den Feind gegen uns vereint», hatte der prominente Demokrat am Donnerstag in einer sehr emotionalen Rede gesagt. Republikanische Abgeordnete warfen dem ehemaligen Elitesoldaten Murtha daraufhin Feigheit und eine Politik des Davonlaufens vor.

Am Freitag stimmte Auch Murtha gegen den abgeänderten Text. Die Resolution entspreche nicht seiner ursprünglichen Idee, sagte der 73-Jährige. Unter dem donnernden Applaus der Abgeordneten bekräftigte Murtha, der Irak lasse sich nicht «militärisch gewinnen». Eine Lösung gebe es nur auf politischer Ebene.

Die schnell eingebrachte Resolution sollte nach den Worten von US-Fernsehkommentatoren öffentlich zeigen, dass Murtha mit seiner Forderung in der eigenen demokratischen Partei keine Mehrheit hat. (sda)

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