USA: Keine Waffen mehr an Verrückte
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USA: Keine Waffen mehr an Verrückte

In den USA hat die wichtigste Reform des Waffengesetzes seit mehr als zehn Jahren das Repräsentantenhaus passiert. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich dafür, die nationale Datenbank zur Überprüfung von Waffenkäufern (NICS) zu verbessern.

Diese soll verhindern, dass sich verurteilte Kriminelle und Geistesgestörte auf legalem Weg Waffen kaufen können.

Auslöser der umstrittenen Gesetzesänderung war das Massaker an der Hochschule Virginia Tech im April. Damals tötete ein Student 32 Kommilitonen und Professoren, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der Schütze war zuvor angewiesen worden, sich wegen einer psychischen Störung behandeln zu lassen und hätte niemals eine Waffe kaufen dürfen. Die Behörden in Virginia gaben diese Information jedoch nicht an die Datenbank NICS weiter, die von der Bundespolizei FBI verwaltet wird.

Nach dem neuen Gesetz müssen die Einzelstaaten die Daten von Personen, die vom Kauf einer Schusswaffe ausgeschlossen sind, künftig automatisch an die NICS weiterleiten. Ausserdem werden in den kommenden drei Jahren 250 Millionen Dollar (188 Millionen Euro) für Staaten bereitgestellt, die dieses Ziel noch nicht erreicht haben.

Der Reform waren wochenlange Diskussionen zwischen dem demokratischen Abgeordneten John Dingell und der einflussreichen Waffenlobby NRA auf der einen und der demokratischen Abgeordneten Carolyn McCarthy vorangegangen. McCarthy sprach von einem guten Gesetz, das Leben retten werde. Die NRA betonte, es handele sich nicht um ein Gesetz zur Waffenkontrolle. Schliesslich könne jeder, der sich derzeit eine Waffe kaufen dürfe, dies auch nach der Gesetzesänderung legal tun.

Der Senat muss die Vorlage noch verabschieden. Danach wird sie US-Präsident George W. Bush zur Unterschrift vorgelegt. (dapd)

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