06.12.2014 17:32

Afghanistan

USA lassen mehr Soldaten im Land als geplant

Die USA wollen nach dem Abzug ihrer Kampftruppen aus Afghanistan Ende des Jahres 1000 Soldaten mehr als ursprünglich geplant im Land lassen.

Noch-US-Verteidigungsminister Chuck Hagel zu Besuch in Kabul.

Noch-US-Verteidigungsminister Chuck Hagel zu Besuch in Kabul.

Nach dem offiziellen Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan wollen die USA 1000 Soldaten mehr im Land lassen als bisher geplant. Bis zu 10'800 US-Soldaten sollen ab 2015 in Afghanistan stationiert werden.

Dies kündigte der scheidende US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Samstag bei einem Besuch in Kabul an. Bisher hatte US-Präsident Barack Obama die Zahl auf 9800 begrenzt. «Die zusätzlichen 1000 Soldaten werden für einige Monate in Afghanistan bleiben, um den vorübergehenden Engpass bei den Nato-Streitkräften auszugleichen», sagte Hagel.

Hagel ist optimistisch

Hagel war am Samstag zu einem letzten unangekündigten Besuch in der afghanischen Hauptstadt eingetroffen. Er hatte Ende November seinen Rücktritt erklärt. Obama gab am Freitag bekannt, dass Hagel durch den früheren Pentagon-Vizechef Ashton Carter abgelöst werden soll.

Hagel äusserte sich auf dem Flug nach Kabul optimistisch über die Zukunft Afghanistans. Das Land sei seit Beginn des internationalen Einsatzes 2001 «weit gekommen» und die neugewählte Regierung und ihre Sicherheitskräfte seien bereit, die Verantwortung zu übernehmen.

Kampfeinsätze nur in Ausnahmefällen

Der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan läuft offiziell Ende des Jahres aus. Von kommendem Jahr an soll eine deutlich kleinere Militärmission die afghanischen Sicherheitskräfte mit Ausbildern und Beratern unterstützen.

Kampfeinsätze sollen nur in Ausnahmefällen zur Selbstverteidigung und bei einer akuten Bedrohung der afghanischen Sicherheitskräfte erlaubt bleiben. Insgesamt bleiben mit der angekündigten US-Aufstockung 13'000 Soldaten im Land. (sda)

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