USA lassen sich auf Gespräche mit Nordkorea ein
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USA lassen sich auf Gespräche mit Nordkorea ein

Die Vereinigten Staaten sind zu erneuten Gesprächen mit Nordkorea bereit, wenn das kommunistisch regierte Land zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückkehrt.

«Wenn es Sechser-Gespräche gibt, werden wir mit allen Gesandtschaften zusammentreffen», sagte der US-Gesandte Christopher Hill, der die USA bei den Verhandlungen vertritt, am Samstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Dies habe die US-Regierung stets gesagt, und immer hätten die USA die nordkoreanische Delegation bei den Sechser-Gesprächen auch getroffen.

Drohungen

Nordkorea weigert sich seit mehr als einem halben Jahr an den Sechser-Verhandlungstisch (Süd- und Nordkorea, USA, China, Japan und Russland) zurückzukehren. Dies werde erst passieren, wenn die US-Regierung eingefrorene Gelder freigebe.

Nordkorea bezieht sich dabei auf Guthaben des Landes in Macao im Süden Chinas, das wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Geldwäsche eingefroren worden war. Hill wies jegliche Forderung zurück. «Das ist nicht der Zeitpunkt für so genannte Gesten dieser Art.»

Der US-Gesandte wirbt in Asien derzeit um Unterstützung für ein geeintes Vorgehen gegen Nordkorea, nachdem die Führung in Pjöngjang am Mittwoch ohne Vorwarnung mehrere Raketen getestet hatte. Darunter war auch eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2, die mit einer Reichweite von mehr als 6000 Kilometern theoretisch auch die USA treffen könnte.

Danach kündigte Nordkorea weitere Versuche an, obwohl die viele internationale Staaten mit Protesten reagiert hatten. Zudem forderte das abgeschottete Land von Japan mit Nachdruck, bereits verhängte Sanktionen wegen der Tests aufzuheben.

Andernfalls sehe sich Nordkorea gezwungen, schärfere Gegenmassnahmen zu ergreifen, sagte Botschafter Song Il Ho der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Resolution umstritten

Japan seinerseits legte am Freitag formal eine Resolution für den UNO-Sicherheitsrat vor, die umfassende Wirtschafts-Sanktionen gegen Nordkorea wegen der jüngsten Raketentests des Landes vorsah.

Russland und China - beide mit Veto-Recht in dem Gremium - haben Bedenken dagegen geäussert, während die USA, Grossbritannien und Frankreich die Resolution unterstützen. China gilt als enger Verbündeter Nordkoreas. Das Datum für die Abstimmung soll am Montag bekannt gegeben werden. (sda)

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