Atomstreit: USA machen ernst mit Schwarzer Liste

Aktualisiert

AtomstreitUSA machen ernst mit Schwarzer Liste

Die USA haben die neuen Sanktionen des UNO-Sicherheitsrats gegen den Iran umgesetzt. Der Iran gibt sich kämpferisch.

Der Iran bleibt im Streit um sein Atomprogramm weiter auf Konfrontationskurs. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte am Mittwoch in einer vom Staatsfernsehen live übertragenen Ansprache: «Wir werden keine Zugeständnisse bei unseren Rechten machen und uns von neuen Resolutionen und Sanktionen nicht einschüchtern lassen.»

«Ihr (die Weltmächte) habt euch entschieden, jetzt sind wir an der Reihe, und bald werden wir die neuen Bedingungen für Gespräche verkünden», sagte Ahmadinedschad. Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft seines Landes zu Verhandlungen, allerdings nur auf der Basis von Respekt und nicht von Drohungen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte vor einer Woche neue Strafmassnahmen gegen Teheran verabschiedet. Diese wurden von den USA am Mittwoch umgesetzt. Auf die Schwarze Liste der betroffenen Personen und Unternehmen seien eine Reihe weiterer Namen hinzugefügt worden, teilte das US-Finanzministerium in Washington mit.

Zu ihnen gehörten unter anderem Irans Postbank, fünf «Strohfirmen» der schon vorher gelisteten staatlichen Reederei IRISL sowie Einzelpersonen und Unternehmen, die von den Revolutionsgarden abhingen. Nach dem US-Gesetz können deren Vermögen in den USA eingefroren werden; US-Bürgern sind Geschäfte mit den Gelisteten untersagt.

Der Westen verdächtigt die Führung des islamischen Staates, unter dem Deckmantel ziviler Forschung Atomwaffen entwickeln zu wollen. Der Iran beteuert, Nukleartechnik nur für friedliche Zwecke zu verwenden.

Uran wird weiter angereichert

Ungeachtet des internationalen Drucks beauftragte das Parlament in Teheran am Mittwoch die nationale Atomenergiebehörde, mit der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent fortzufahren.

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, kündigte im Staatsfernsehen an, sein Land werde bis März 2011 die nötigen Brennstäbe für den Forschungsreaktor in Teheran herstellen.

Sobald diese fertig seien, werde der Iran mit dem Bau eines neuen leistungsstärkeren Forschungsreaktors für medizinische Zwecke beginnen. Dieser solle den über 40 Jahre alten Teheraner Forschungsreaktor ersetzen, sagte Salehi.

Atom-Chef Salehi hatte bereits im Februar angekündigt, dass der Iran bis Ende 2011 zwei neue Urananreicherungsanlagen bauen wolle. Wie weit diese Projekte vorangeschritten sind, ist unklar. Langfristig sollen laut Salehi zehn neue Anreicherungsanlagen in den nächsten Jahren entstehen. (sda)

Deine Meinung