Railgun: USA präsentieren Prototyp der Sci-Fi-Kanone
Aktualisiert

RailgunUSA präsentieren Prototyp der Sci-Fi-Kanone

Das Ende des Schiesspulvers scheint besiegelt. Die USA präsentierte den Prototyp einer Schienenkanone, die kleiner, leichter, sicherer, billiger und stärker ist als bisherige Modelle.

von
pwe

Statt mit klassischem Schiesspulver wird die Schienenkanone (Railgun) mit einem elektromagnetischen Impuls betrieben. Das Geschoss, in eine kleine Kiste verpackt, wird mit siebenfacher Schallgeschwindigkeit über zwei Schienen abgeschossen und verlässt den Lauf der Kanone in einem Feuerball.

Bis anhin waren solche Railguns nur in den Forschungslaboren der Militärs und bei Weltrekordversuchen zu sehen. Nun hat die US-amerikanische Marine (US-Navy) ein Modell präsentiert, das nahe an der Serienreife ist. Dies berichtet der amerikanische Nachrichtensender CBS (siehe obiges Video).

Für Navy-Konteradmiral und Chef der Forschungsabteilung Matthew Klunder ist das Ergebnis ein Durchbruch. Auf die Frage des CBS-Moderators, ob das heisse, dass Schiesspulver der Vergangenheit angehöre, anwortet Klunder: «Es könnte genau das heissen.» Dabei ist die Durchschlagskraft enorm. Die vorgestellten, sehr kleinen und leichten Projektile können mühelos drei verstärkte Stahlbetonwände oder sechs eineinviertel Zentimeter dicke Stahlplatten durchschlagen.

Erste Feldversuche in zwei Jahren

Klunder sagte auch, dass die Waffe im Vergleich mit den mehrere Millionen Dollar teuren Raketen sehr billig ist. Ein Projektil koste nur ein Hundertstel einer Rakete (25'000 Dollar) und dank dem Verzicht auf Schiesspulver und der geringen Grösse könnten gefahrlos «Hunderte und Hunderte» davon auf einem Schiff mitgeführt werden.

Geplant ist der Einsatz auch vorerst nur für Schiffe. 2016 sollen erste Feldversuche auf einem Frachtschiff stattfinden. Eine einsatzbereite Waffe soll 2020 bereit sein.

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