Aktualisiert 02.09.2006 06:54

USA: Raketenabwehr funktionstüchtig

Die US-Streitkräfte haben gestern wieder mit Erfolg ihre geplante Raketenabwehr getestet. Die Nordkoreaner fühlen sich provoziert. Sie befürchten die USA wollen ihre Testraketen abschiessen.

Die amerikanische Abfangrakete zerstörte über dem Pazifik eine Gefechtskopfattrappe. Nordkorea reagierte sofort und sprach am Samstag von einer Provokation der USA, die einer Kriegsdrohung gleichkomme.

Ein Sprecher der Raketenabwehr erklärte, eine 16 Meter lange Abfangrakete sei aus einem unterirdischen Silo des Luftwaffenstützpunkts Vandenberg abgefeuert worden, 17 Minuten nachdem die zu treffende Zielrakete in Alaska von der Insel Kodiak gestartet worden sei. Von der Abfangrakete löste sich dann ein Geschoss, das mit einer Geschwindigkeit von fast 29 000 Kilometern in der Stunde den 1,20 Meter grossen Gefechtskopf der Zielrakete getroffen habe. Generalleutnant Henry Obering nannte den Test auf einer Pressekonferenz im Pentagon «einen vollen Erfolg». Gesteuert wurde der Einsatz von einem Befehlszentrum in Colorado.

Nordkorea erklärte, der Test zeige klar, dass es die USA seien, die die Spannungen verstärkten. Der Test ziele darauf, «uns anzugreifen und unsere Raketen abzufangen», hiess es in einer von der Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung des nordkoreanischen Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlands. Nordkorea werde darauf mit einer Stärkung seiner Abschreckung zur Selbstverteidigung reagieren. Mit diesen Begriffen beschreibt die Regierung in Pjöngjang meist ihr Atomprogramm.

Kritiker erklärten aber, der Test sei weit von realistischen Bedingungen entfernt gewesen. Die USA haben seit 1983 für den Aufbau einer Raketenabwehr mehr als 100 Milliarden Dollar ausgegeben. (dapd)

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