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Lisa Montgomery (52)US-Bundesregierung richtet erste Frau seit 67 Jahren hin

Lisa Montgomery hatte 2004 eine schwangere Frau getötet und ihr das Kind aus dem Bauch geschnitten. Nun wurde sie trotz Appellen, sie zu begnadigen, hingerichtet.

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Lisa Montgomery (Bild) ermordete 2004 eine schwangere Frau.

Lisa Montgomery (Bild) ermordete 2004 eine schwangere Frau.

via Reuters
Daraufhin schnitt sie ihr das Kind aus dem Bauch.

Daraufhin schnitt sie ihr das Kind aus dem Bauch.

VIA REUTERS
Das 2007 verhängte Todesurteil wurde kurzfristig ausgesetzt.

Das 2007 verhängte Todesurteil wurde kurzfristig ausgesetzt.

AFP

Darum gehts

  • Lisa Montgomery ist die erste Frau seit 67 Jahren, die in den USA auf Bundesebene hingerichtet wurde.

  • Die Vollstreckung der Todesstrafe wurde zwischenzeitlich ausgesetzt.

  • Der Oberste Gerichtshof stimmte der Hinrichtung aber zu.

  • Montgomery hatte 2004 eine schwangere Frau ermordet.

Die wegen Mordes verurteilte Lisa Montgomery wurde in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) in Indiana (USA) hingerichtet. Sie erhielt eine Giftspritze. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte um Mitternacht die erste Hinrichtung einer Frau auf Bundesebene seit fast 70 Jahren in dem Land zugelassen.

Er gab seine Entscheidung kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Stunden zuvor hatte ein Berufungsgericht die Hinrichtung Montgomerys gestoppt.

Scharfe Kritik von Montgomerys Anwältin

Montgomery war nach Angaben ihrer Verteidiger als Kind mehrfach vergewaltigt und gequält worden, was ihre psychische Krankheit verschärft hat. Anwältin Kelley Henry sagte, sie glaube nicht, dass ihre Mandantin rational begreife, was vorgehe.

Nach der Hinrichtung kritisierte Henry die US-Regierung in einem Communiqué scharf. «Die feige Blutrünstigkeit einer gescheiterten Administration war heute Nacht deutlich zu sehen. Alle, die an der Hinrichtung von Frau Montgomery beteiligt waren, sollten Scham fühlen.»

Die Staatsanwaltschaft hatte Montgomery vorgeworfen, Geisteskrankheit nur vorgetäuscht zu haben.

Drei Hinrichtungen noch ausstehend

Die Regierung des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatte im Juli nach 17 Jahren Hinrichtungen in Bundesgefängnissen wieder aufgenommen. Sie will in ihren letzten Amtstagen noch zwei weitere Todeskandidaten hinrichten lassen. Auch hier stoppten Richter die Exekution. Beide Häftlinge waren an Corona erkrankt.

Sollten sich die Hinrichtungen bis zu Trumps Amtsende am Mittwoch kommender Woche verzögern, werden sie wohl vorerst nicht vollzogen oder sogar ganz abgesagt. Der gewählte Präsident Joe Biden gilt als Gegner von Hinrichtungen in Bundesgefängnissen.

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Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

(DPA)

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