Terrorangst: USA sammeln noch mehr Daten über Flugreisende

Aktualisiert

TerrorangstUSA sammeln noch mehr Daten über Flugreisende

Die Vereinigten Staaten als Datenkrake: Wer ab 8. März nur schon den US-Luftraum überfliegt, muss 72 Stunden vorher seine Passagierdaten liefern. Wer schon gebucht hat, muss nachliefern.

von
S. Spaeth
Fluggesellschaften müssen den amerikanischen Behörden bis 72 vor dem Abflug Passagierdaten liefern – auch wenn sie den US-Luftraum nur überfliegen.

Fluggesellschaften müssen den amerikanischen Behörden bis 72 vor dem Abflug Passagierdaten liefern – auch wenn sie den US-Luftraum nur überfliegen.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben die USA den Überwachungsstaat massiv ausgebaut: So haben die Vereinigten Staaten beispielsweise seit Mitte 2010 dank des umstrittenen Swift-Abkommens Zugriff auf Millionen von Banküberweisungen weltweit. Und auch im Flugverkehr sammelt Amerika über das seit November 2010 gültige «Secure Flight»-Programm eifrig Passgierdaten.

In ihrem Kampf gegen den Terrorismus hat die US-Behörde Transportation Security Administration (TSA) nun die Vorschriften verschärft. Ab dem 8. März müssen alle Airlines auch Passagierdaten übermitteln, wenn sie den amerikanischen Luftraum nur überfliegen. Bisher war dies nur für US-Fluggesellschaften der Fall gewesen.

Die Neuerung bedeutet, dass die Airlines die «Secure Flight»-Daten (vollständiger Name, Geburtsdatum und Geschlecht) nicht nur für Flüge von der Schweiz in die USA liefern müssen. Betroffen sind nun auch die Destinationen Kanada, Mexiko, Mittelamerika und Karibik.

Mehraufwand für Reisebüros

Da bei Secure Flight eine Übermittlung der Daten bis 72 Stunden vor Abflug vorgeschrieben ist, haben einzelne Airlines laut dem Schweizer Reisebüro-Verband (SRV) bereits begonnen, die Daten auch für bestehende Buchungen und Tickets zu verlangen. «Das Ganze ist sehr kurzfristig und mit einem Mehraufwand für die Mitglieder verbunden», heisst es beim SRV auf Anfrage von 20 Minuten Online. Die Reisebüros müssten nun bei längst abgeschlossenen Buchungen die Kunden kontaktieren und den Fluggesellschaften die Daten nachliefern.

Bei Hotelplan Suisse will man sich über die neuen Bedingungen nicht beklagen, obwohl man erst seit Donnerstag über die Neuerung im Bild ist. «Die Abklärungen sind zwar aktuell mit einem gewissen Aufwand verbunden, doch der ist für die Sicherheit der Kunden», sagt Hotelplan-Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Künftig werde man diese Daten bereits bei der Buchung erfassen.

Wer seinen längst gebuchten Flug in die Karibik oder nach Mexiko nicht bei einem Reisebüro gekauft hat, muss sich nicht selbst bei den US-Behörden melden. Das ist die Aufgabe der Fluggesellschaften, die verpflichtet sind, die Daten bei den Passgieren einzufordern.

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