USA schuld an WTO-Scheitern
Aktualisiert

USA schuld an WTO-Scheitern

Die Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels ist gescheitert. Die EU macht dafür die USA verantwortlich. «Alle haben sich bewegt, nur die USA nicht», sagte EU-Handelskommissar Peter Mandelson.

Die sechs wichtigsten WTO-Verhandlungspartner EU, USA, Japan, Brasilien, Australien und Indien (G6) haben vergeblich um eine Einigung gerungen. Der 14-stündige Verhandlungsmarathon brachte keinen Durchbruch. Die Gespräche sind nun auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Die USA seien nicht in der Lage gewesen, die Beweglichkeit zu zeigen, die in solchen Handelsgesprächen notwendig gewesen wäre, sagte Mandelson. Er sei vom Scheitern äusserst enttäuscht. Allerdings gebe die EU das «Projekt Doha-Runde» nicht endgültig auf.

Gegenseitige Vorwürfe

Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die EU und die USA gegenseitig für den Stillstand bei den Verhandlungen über eine weitere Liberalisierung der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Verhandlungspartner einen neuen Zeitplan für die Suche nach einem Kompromiss für die Doha- Runde festgelegt. Demnach sollten nach den Beratungen am Wochenende weitere Gespräche am kommenden Freitag und Samstag stattfinden.

Umstittene Agrarsubventionen

Die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten hatten vor gut einer Woche auf ihrem Gipfel in St. Petersburg das Ziel genannt, spätestens in einem Monat eine Einigung über die strittigsten Punkte der seit 2001 laufenden Handelsrunde zu erzielen.

Ziel ist eine weitere Liberalisierung des Welthandels und der Abbau von Zöllen und anderen Handelschranken. Die Industriestaaten verlangen von den Entwicklungs- und Schwellenländern, dass sie ihre Märkte stärker für ausländische Industrieprodukte öffnen. Im Gegenzug fordern diese den Abbau handelsverzerrender Agrarhilfen in den Industriestaaten.

(sda)

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