Coronavirus - USA setzen Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wieder ein
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CoronavirusUSA setzen Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wieder ein

Die US-Gesundheitsbehörden CDC und FDA haben grünes Licht für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson gegeben. Die Arzneimittelbehörden hatten zuvor temporär davon abgeraten, das Vakzin einzusetzen.

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Die USA sollen das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson wieder verimpfen, raten die US-Gesundheitsbehörden CDC und FDA.

Die USA sollen das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson wieder verimpfen, raten die US-Gesundheitsbehörden CDC und FDA.

REUTERS/Dado Ruvic
Der Nutzen des Mittels überwiege die Risiken, hiess es zur Begründung.

Der Nutzen des Mittels überwiege die Risiken, hiess es zur Begründung.

AFP/Joseph Prezioso
Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist auch in der EU zugelassen, bereits seit März.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist auch in der EU zugelassen, bereits seit März.

REUTERS/Dado Ruvic

Darum gehts

  • Die USA werden Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson wieder aufnehmen.

  • Zuvor hatte auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA das Mittel des US-Konzerns wieder empfohlen.

  • Der Nutzen des Mittels überwiege die Risiken, begründen Experten den Entscheid.

Die USA werden Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson nach Bedenken wegen Fällen von Blutgerinnseln wieder aufnehmen. Die US-Gesundheitsbehörden CDC und FDA gaben grünes Licht für den erneuten Einsatz des Vektorvirenimpfstoffs. Zuvor hatte auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA das Mittel des US-Konzerns uneingeschränkt empfohlen.

Nutzen überwiegt Risiken

Das Vakzin solle wieder verimpft werden, teilten die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC gemeinsam in Washington mit. Der Nutzen des Mittels überwiege die Risiken, hiess es zur Begründung. Mit ihrer Entscheidung folgten die Behörden der kurz zuvor veröffentlichten Empfehlung einer Expertenkommission. Zugleich kündigten sie an, das Risiko für Blutgerinnsel weiterhin zu prüfen.

Wegen mehrerer Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften hatten die US-Behörden die Impfungen mit dem J&J-Vakzin am 13. April ausgesetzt. Die CDC hatte die Expertenkommission damit beauftragt, die Sicherheit des J&J-Vakzins zu überprüfen. Diese empfahl am Freitag den Einsatz des Impfstoffs auf der Grundlage der Notzulassung durch die FDA zur Anwendung bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren.

Drei Frauen starben an Blutgerinnseln

Die Fälle von Blutgerinnseln bei mit dem J&J-Vakzin Geimpften seien «ganz besonders selten», erklärte CDC-Chefin Rochelle Walensky. Nach Angaben vom Freitag entwickelten in den USA 15 von 3,99 Millionen Frauen, die mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson geimpft wurden, schwerwiegende Blutgerinnsel. Drei von ihnen starben. 13 der 15 Betroffenen waren unter 50 Jahre alt. Insgesamt wurden in den USA 7,98 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht. Bei Männern wurden keinerlei Blutgerinnsel nach der Impfung beobachtet.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist auch in der EU bereits seit März zugelassen; er wurde dort aber noch nicht verabreicht. Nach einer Prüfung der in den USA aufgetretenen Blutgerinnsel-Fälle im Zusammenhang mit dem Vakzin erklärte die EMA in dieser Woche, an ihrer Empfehlung für den Impfstoff festzuhalten.

Der Nutzen des Impfstoffs des US-Unternehmens überwiege die Risiken, begründete die EU-Behörde die Entscheidung. Allerdings sollten Blutgerinnsel in die Liste der «sehr seltenen» Nebenwirkungen bei dem J&J-Vakzin aufgenommen werden. Den Produktinformationen könne eine entsprechende Warnung hinzugefügt werden. Der Vektorvirenimpfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er leicht lagerbar ist. Ausserdem ist von ihm nur eine Dosis zur Immunisierung notwendig ist.

Hirnthrombosen-Risiko auch bei AstraZeneca

Auch beim Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca wurden in einzelnen Fällen Blutgerinnsel nach einer Impfung beobachtet. In vielen Ländern wurden deswegen Altersbeschränkungen für die Impfung mit AstraZeneca eingeführt. In Deutschland soll das Vakzin grundsätzlich nur bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Viele Experten sind allerdings auch der Meinung, dass das Hirnthrombosen-Risiko beim Impfstoff von AstraZeneca massiv überschätzt wird.

Chile kündigte am Freitag nach Erhalt seiner ersten Lieferung des AstraZeneca-Imfstoffs an, diesen ausschliesslich an Männer zu verabreichen. Kanadas Premierminister Justin Trudeau liess sich am Freitag mit dem Vakzin impfen und betonte, dass der Vektorvirenimpfstoff von AstraZeneca für alle Menschen über 30 Jahren sicher sei.

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(AFP/mur)

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