Nach Gipfel in Singapur: USA setzen Militärmanöver mit Südkorea aus
Aktualisiert

Nach Gipfel in SingapurUSA setzen Militärmanöver mit Südkorea aus

Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern scheint sich zu entspannen – laut den USA stellt Nordkorea aber weiterhin eine «ausserordentliche Bedrohung» dar.

von
cst/sep
Trump und Kim zum Abschluss des historischen Gipfels in Singapur. (12. Juni 2018)

Trump und Kim zum Abschluss des historischen Gipfels in Singapur. (12. Juni 2018)

Keystone/Susan Walsh

Trotz jüngster Zeichen der Entspannung im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump die Sanktionen gegen Pyongyang um ein weiteres Jahr verlängert. Kurz zuvor hatten die USA aber gemeinsame Manöver mit Südkorea ausgesetzt.

Handeln und Politik der Regierung Nordkoreas stellten weiterhin eine «ausserordentliche Bedrohung» für die nationale Sicherheit, die Aussenpolitik und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten dar, hiess es in einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret.

Trump war am 12. Juni in Singapur mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu einem historischen Gipfel zusammengetroffen. Dort hatte er erklärt, dass die Sanktionen nicht aufgehoben würden, solange es keine weiteren Fortschritte bei der atomaren Abrüstung Nordkoreas gebe. Er hatte aber auch die Aussetzung der Manöver angekündigt.

USA setzen Militärmanöver mit Südkorea aus

Die USA und Südkorea haben zwei weitere gemeinsame Militärübungen vorläufig abgesagt. Dies teilte eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums am Freitag in Washington mit. Pentagon-Chef Jim Mattis habe in Absprache mit dem südkoreanischen Verbündeten ausgewählte Übungen auf unbefristete Zeit verschoben, hiess es weiter. Damit solle die Umsetzung der Ergebnisse des Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un unterstützt werden.

Am Dienstag hatte das koreanische Verteidigungsministerium bereits eine grossangelegte Übung abgesagt, an der auch rund 17'500 US-Soldaten teilnehmen sollten. Nun sollen der Pentagonsprecherin zufolge zwei weitere Manöver verschoben werden, die in den kommenden drei Monaten geplant waren. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

Denuklearisierung sei im Gang

Weitere Entscheidungen hingen davon ab, ob es produktive Verhandlungen mit Nordkorea gebe. Trump hatte bei dem historischen Gipfeltreffen am 12. Juni überraschend angekündigt, dass die USA ihre Militärübungen mit Südkorea für die Dauer der Verhandlungen mit Pyongyang aussetzen würden. Ab wann die Übungen ausgesetzt würden, hatte er aber nicht gesagt. Für Verwunderung hatte gesorgt, dass Trump die Übungen als «provozierend» bezeichnet hatte - dieser Begriff wurde bisher von Nordkorea verwendet.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Gespräche über eine atomare Abrüstung in Nordkorea gingen voran. Die Denuklearisierung, wie die USA und Nordkorea den Prozess der Abrüstung nennen, sei bereits im Gange. (cst/sep/sda)

Deine Meinung