Inhaftierte Uiguren: USA sprechen über Boykott der Olympischen Spiele in Peking
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Inhaftierte UigurenUSA sprechen über Boykott der Olympischen Spiele in Peking

Aufgrund von Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung gegenüber der muslimischen Minderheit der Uiguren erwägen die USA einen Boykott der Winterspiele 2022.

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Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sorgen für Diskussionen.

Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sorgen für Diskussionen.

REUTERS
Blick auf die Skisprunganlage in Zhangjiakou, 200 Kilometer nordwestlich von Peking. 

Blick auf die Skisprunganlage in Zhangjiakou, 200 Kilometer nordwestlich von Peking.

AFP
Nicht nur Tibeter protestieren gegen die «blutigen Spiele».

Nicht nur Tibeter protestieren gegen die «blutigen Spiele».

REUTERS

Darum gehts

  • Vom 4. bis 20. Februar 2022 sollen in Peking die Olympischen Winterspiele stattfinden.

  • Nun sprechen die USA öffentlich davon, dass sie sich Gespräche über einen Boykott der Spiele wünschen.

  • Grund dafür sind chinesische Menschenrechtsverletzungen gegenüber der muslimischen Minderheit der Uiguren.

  • China wirft den USA eine Politisierung der Spiele vor, die dem «Geist der Olympischen Charta» entgegenstehe.

China hat den USA eine «Politisierung des Sports» wegen der Überlegungen zu einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking vorgeworfen. US-Aussenamtssprecher Ned Price hatte am Dienstag mit Blick auf Partnerstaaten gesagt, ein Boykott der Spiele sei «etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen». Wegen massiver Menschenrechtsverletzungen gegenüber der muslimischen Minderheit der Uiguren im Nordwesten Chinas hatten zuvor schon republikanische Politiker und Aktivisten zu einem Boykott der Spiele aufgerufen. Peking nannte die damit verbundenen «Genozid»-Vorwürfe am Mittwoch «die Lüge des Jahrhunderts».

Mit Blick auf einen möglichen Boykott der Spiele sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking: «Ich möchte betonen, dass eine Politisierung des Sports dem Geist der Olympischen Charta entgegensteht.» Der Vorstoss schade den Rechten der Sportler und der «globalen Olympischen Sache». Die Initiative werde «von der internationalen Gemeinschaft nicht akzeptiert» werden.

Koordinierter Ansatz nicht nur im US-Interesse

US-Aussenamtssprecher Price hatte auf die Frage nach einem möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking geantwortet: «Das ist etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen.» Zuletzt waren Forderungen von Aktivisten und der republikanischen Opposition in den USA lauter geworden, die Winterspiele im Februar 2022 in Peking unter anderem wegen der Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang zu boykottieren.

Price betonte im Online-Dienst Twitter, Washington habe «keine Ankündigung in Bezug auf Olympia in Peking» zu machen. Die Regierung werde aber «weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinsame Herangehensweise» an die Olympischen Spiele in Peking zu finden.

Eine US-Reaktion auf die «ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen Pekings, einschliesslich des Genozids im Fall von Xinjiang» sei «bedeutsam», erklärte Price. Eine Reaktion, die «unsere Verbündeten und Partner mitnimmt», habe jedoch «den grösseren Einfluss auf Peking». Ein «koordinierter Ansatz» sei nicht nur im US-Interesse, sondern auch im Interesse verbündeter Staaten.

Mindestens eine Million in Haftlagern eingesperrt

Zu den Verfechtern eines Olympia-Boykotts zählen in den USA der frühere Aussenminister Mike Pompeo und andere Republikaner. Sie verweisen auf gravierende Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Behörden in Xinjiang. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in der nordwestchinesischen Provinz mindestens eine Million Angehörige von Uiguren und anderen muslimischen Minderheiten in Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen gegen Extremismus.

Im Jahr 1980 hatten die USA schon einmal einen internationalen Olympia-Boykott angeführt: Mit ihrem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau protestierten die US-Regierung und ihre Verbündeten damals gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan. Vier Jahre später boykottierte die Sowjetunion die Sommerspiele in Los Angeles.

(afp/erh)

Deine Meinung

21 Kommentare
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wen interessierts

07.04.2021, 20:53

na ja, interessiert doch kaum einen ob die usa auflaufen oder nicht. und die usa mit moralisch erhobenen zeigefinger ist an unglaubwürdigkeit eh nicht zu überbieten...

Severin Meier

07.04.2021, 19:45

Zur Zeit finden fast auf der ganzen Welt wegen Corona Menschenrechtsverletzungen statt.

Blick_in_den_Spiegel

07.04.2021, 18:42

Die USA? Aufgrund von Menschenrechtsverletzungen? Ich hau mich weg! 😂