Aktualisiert 26.02.2010 23:21

EishockeyUSA überrollt Finnland in 13 Minuten!

Die USA haben sich mit einem dreifachen Ausrufezeichen für den Final des Olympiaturniers gegen Kanada oder die Slowakei qualifiziert. Beim 6:1 gegen Finnland stand es schon nach 12:46 Minuten 6:0!

Blitzsieg: Was für eine Show der Amerikaner im Halbfinal gegen Finnland!

Blitzsieg: Was für eine Show der Amerikaner im Halbfinal gegen Finnland!

Defensive Ordnung, einfaches Spiel, rasche Angriffsauslösung - welche Schlagworte der finnische Headcoach Jukka Jalonen in der Teamsitzung auch immer benutzt hatte, er war auf absolut taube Ohren gestossen und so schlitterte «Suomi» in ein Debakel biblischen Ausmasses. Nach den wohl 13 schlimmsten Minuten seiner Trainerkarriere lag sein Team 0:6 im Hintertreffen, die Amerikaner trafen mit sechs von elf Schüssen.

Den Anfang bei der Fehlerorgie monumentalen Ausmasses machte mit Miikka Kiprusoff ausgerechnet der vorher statistisch beste Goalie des Turniers (Fangquote 94,67 Prozent). Der Stargoalie von Calgary, der betont hatte, er komme nur als Nummer 1, machte nach zwei Minuten einen unmotivierten Ausflug aus dem Kasten und gab Ryan Malone mit dem Stock den idealen Assist. Vier Minuten später profitierte der Doppeltorschütze gegen die Schweiz, Zach Parise, von einer Vorlage von Paul Stastny, die diesem durch eine unglückliche Aktion von Kimmo Timonen (ex Lugano) ermöglicht wurde. Bei den Gegentreffern 3 (Erik Johnson) und 4 (Patrick Kane) machte Kiiprusoff dann erneut eine unglückliche Figur, seine Vorderleute standen indes den schnellen Amerikanern auch Spalier.

Nach 608 Sekunden, drei Paraden und vier Gegentreffern hatte die Leidenszeit von Kiprusoff dann ein Ende, sein Nachfolger Niklas Bäckström hatte aber keinen besseren Start: Der überragende Kane und Stastny machten in der 13. Minute das halbe Dutzend voll. Im Vergleich zu dieser Partie verlief die Anfangsphase im Viertelfinal Kanada gegen Russland (7.1 nach 24 Minuten) geradezu ausgeglichen.

Während die Finnen damit einmal mehr einen sehr wichtigen Match verloren haben, könnte für die USA wieder einmal ein «Nullerjahr» das grosse Glück bringen. Ihre beiden bisherigen Olympiasiege haben sie 1960 (Squaw Valley) und 1980 (Lake Placid) errungen.

Grosse Leistung von Wilson/Burke

Damals brauchte es im Turnierverlauf ein «Miracle on Ice» (gegen Russland), diesmal scheinen die US-Boys für den ganz grossen Coup reif. Headcoach Ron Wilson und General Manager Brian Burke, auf Klubebene in Toronto ein schon fast notorisch erfolgloses Duo, haben ein homogenes Team zusammengestellt, das bei den bisherigen fünf Siegen in fünf Partien erst fünf Gegentore zugelassen und mit Schnelligkeit, Dynamik, Intensität und Ausgeglichenheit überzeugt hat.

Team USA hat zudem auch eine starke Achse von Einzelspielern: Ryan Miller war bisher (vor Jonas Hiller) der beste Goalie des Turniers und der einzige Keeper der Topteams, der keine Schwächen zeigte, Brian Rafalski mit nunmehr acht Punkten der produktivste Verteidiger des Turniers und sie verfügen zudem mit Jamie Langenbrunner/Parise/Stastny über eine erste Sturmreihe, die bisher allen Gegnern Probleme aufgab. Das Zünglein an der Waage können die jungen, pfeilschnellen und kreativen Stürmer Patrick Kane oder Phil Kessel spielen.

USA - Finnland 6:1 (6:0, 0:0, 0:1)

Canada Hockey Place.- 17'539 Zuschauer (ausverkauft). - SR O'Halloran/Vinnerborg (Ka/Sd), Blümel/Heyer (Tsch/USA).

Tore: 3. Malone 1:0. 7. Parise (Stastny, Rafalski/Ausschluss Niskala) 2:0. 9. Erik Johnson (Pavelski, Malone/Ausschluss Olli Jokinen) 3:0. 11. Kane 4:0. 13. (12:31) Kane (Rafalski) 5:0. 13. (12:46) Stastny (Langenbrunner, Parise) 6:0. 55. Miettinen (Lepisto/Ausschluss Erik Johnson) 6:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die USA, 4mal 2 plus 10 Minuten (Jarkko Ruutu) gegen Finnland.

USA: Miller (49. Thomas); Rafalski, Suter; Jack Johnson, Orpik; Erik Johnson, Gleason; Whitney; Kane, Ryan Kesler, Dustin Brown; Langenbrunner, Stastny, Parise; Phil Kessel, Malone, Pavelski; Drury, Backes, Callahan; Ryan.

Finnland: Miikka Kiprusoff (11. Niklas Bäckström); Sami Salo, Timonen; Lydman, Pitkänen; Lepisto, Niskala; Kukkonen; Selänne, Saku Koivu, Lehtinen; Mikko Koivu, Tuomo Ruutu, Filppula; Hagman, Miettinen, Niko Kapanen; Jarkko Ruttu, Olli Jokinen, Ville Peltonen; Immonen.

Bemerkungen: Timeout Finnland (9.). - Pfostenschuss Immonen (39.). - Schüsse: USA 25 (13-9-3); Finnland 25 (4-7-14). - Powerplay: USA 2/4; Finnland 1/3.

(si)

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