Aktualisiert 22.04.2011 21:27

Prekäre GesprächeUSA und Irak beraten über Truppenverbleib

Laut einem Zeitungsbericht könnten US-Soldaten länger im Irak bleiben als geplant. Dadurch soll die Sicherheitslage verbessert und ein steigender Einfluss des Irans verhindert werden.

Der Irak befürchtet eine Verstärkung der religiösen Konflikte, wenn die USA länger im Land bleiben würden.

Der Irak befürchtet eine Verstärkung der religiösen Konflikte, wenn die USA länger im Land bleiben würden.

Regierungsvertreter der USA und des Irak prüfen einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge, ob auch über den für das Jahresende geplanten Abzugstermin hinaus US-Soldaten im Irak bleiben sollen.

US-Kommandanten seien der Auffassung, dass sich mit mindestens 10 000 Soldaten die Sicherheitslage weiter verbessern liesse und eine Ausweitung des Einflusses des Iran verhindert werden könne, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter.

Verstärkung religiöser Konflikte befürchtet

Die Gespräche seien aber prekär, da Washington seinen Einsatz eigentlich beenden wolle und der Irak Proteste oder eine Verstärkung der religiösen Konflikte befürchte.

Es gebe mit den Irakern laufend Gespräche über Sicherheitsfragen, sagte ein US-Vertreter dem Blatt. Bisher aber habe die irakische Seite nicht offiziell um einen Verbleib von US-Soldaten gebeten.

Washington habe dies auch nicht angeboten. Derzeit sind noch 50 000 US-Soldaten im Irak stationiert, die vor allem irakische Sicherheitskräfte beraten und ausbilden. Von 2012 an wollen die USA nur noch 20 000 zivile Kräfte im Irak haben.

US-Generalstabschef Michael Mullen forderte die irakische Regierung am Freitag auf, sich schell zu entscheiden, ob sie über einen Verbleib von US-Soldaten in ihrem Land sprechen wolle. Die Gespräche darüber müssten «sehr schnell» beginnen, bevor in den nächsten Wochen «unumkehrbare Entscheidungen» für den Abzug getroffen würden, sagte Mullen in Bagdad.

(sda)

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