Aktualisiert 19.12.2006 15:21

USA und Nordkorea verhandeln erstmals direkt

In Peking sind die Atomgespräche zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten in die entscheidende Phase getreten. Fortschritte sind nicht in Sicht.

US-Chefunterhändler Christopher Hill traf mit dem nordkoreanischen Delegationsleiter Kim Kye Gwan zusammen. Das Treffen fand im Staatsgästehaus im Westen Pekings im Rahmen bilateraler Gespräche aller Teilnehmer statt.

Hill sagte vor seinem Treffen mit Kim, es gehe darum, die Vereinbarungen des Protokolls vom September 2005 umzusetzen. Darin hatten die USA, Südkorea, Russland, China und Japan Nordkorea unter anderem die zivile Nutzung der Atomenergie zugestanden und sich bereit erklärt, über die Lieferung eines Leichtwasserreaktors zu sprechen.

Nordkorea sollte im Gegenzug auf den Bau von Atomwaffen verzichten und dem Atomwaffensperrvertrag wieder beitreten, den Pjöngjang im Januar 2003 aufgekündigt hatte.

Gespräche zu Finanzsanktionen

Gleichzeitig fanden am Dienstag in der US-Botschaft die Finanzgespräche auf Expertenebene statt. Im Mittelpunkt stehen die vor über einem Jahr verhängten Strafmassnahmen der USA gegen die Banco Delta Asia (BDA).

Diese hatte für Nordkorea Transaktionen und Goldverkäufe abgewickelt. Die USA begründen ihre Sanktionen mit dem Vorwurf der Geldfälschung und Geldwäsche sowie anderer illegaler Finanzaktivitäten Nordkoreas.

An den Gesprächen über die Finanzsanktionen der USA waren nach Angaben der US-Botschaft in Peking Experten des US- Finanzministeriums beteiligt. Die nordkoreanische Delegation wurde von O Gwong Chol, dem Direktor der Handelsbank Nordkoreas, angeführt.

Millionen-Vermögen eingefroren

Die Banco Delta Asia (BDA) in Macao im Süden Chinas hat vor über einem Jahr auf Druck aus Washington nordkoreanische Vermögenswerte in der Höhe von etwa 24 Millionen Dollar eingefroren.

Die Führung Nordkoreas fordert weiterhin die Aufhebung aller Sanktionen sowie die Unterstützung im Energiesektor als Voraussetzung für ernsthafte Verhandlungen.

Zusätzlich zu den USA hatte auch der UNO-Sicherheitsrat nach der Ankündigung des ersten nordkoreanischen Atomwaffentests am 9. Oktober eine Reihe von Strafmassnahmen gegen Nordkorea verhängt.

Realistische Angebote

Auch der zweite Verhandlungstag habe keine Fortschritte gebracht, berichteten Vertreter Japans und der USA. Nordkorea müsse seinen fünf Verhandlungspartnern realistische Angebote unterbreiten, forderte Hill.

Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums ergänzte, die Meinungsverschiedenheiten seien unverändert gross. Japans Aussenminister Taro Aso sagte in Tokio, wenn Nordkorea keine Zugeständnisse mache, könnten die Gespräche schon bald zu Ende sein. Das bedeute, dass die bestehenden Strafmassnahmen gegen Nordkorea in Kraft blieben.

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(sda)

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