Zwei Zerstörer gingen auf Tuchfühlung – USA und Russland streiten über Zwischenfall im Japanischen Meer
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Zwei Zerstörer gingen auf TuchfühlungUSA und Russland streiten über Zwischenfall im Japanischen Meer

Russland wirft den USA nach einer nahen Begegnung zweier Zerstörer eine Verletzung des Seerechts vor: Angeblich drang die USS Chafee in russische Gewässer ein. Dabei kamen sich zwei Kriegsschiffe der Supermächte gefährlich nahe.

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Der Lenkwaffen-Zerstörer USS Chafee …

Der Lenkwaffen-Zerstörer USS Chafee …

AFP
… soll im Japanischen Meer russische Hoheitsgewässer befahren haben.

… soll im Japanischen Meer russische Hoheitsgewässer befahren haben.

Reuters
Die russische Marine näherte sich der Chafee mit ihrem Zerstörer Admiral Tributs.

Die russische Marine näherte sich der Chafee mit ihrem Zerstörer Admiral Tributs.

Wikipedia/Rhk111/CC BY-SA 4.0

Darum gehts

  • Russland beschwert sich über ein angebliches Eindringen eines US-Zerstörers in seine Gewässer im Japanischen Meer.

  • Die USA geben an, in internationalen Gewässern operiert zu haben.

  • Beim Zwischenfall näherte sich die Admiral Tributs der USS Chafee bis auf 60 Meter.

Russland hat ein Eindringen eines Kriegsschiffes der US-Marine in seine Hoheitsgewässer im Japanischen Meer angeprangert. Der Zerstörer USS Chafee habe am Freitagnachmittag (Ortszeit Japanisches Meer) eine Warnung der russischen Marine ignoriert und die Seegrenze überquert, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Das US-Militär wies die russische Darstellung des Vorfalls zurück.

Nach russischen Angaben hatte der Zerstörer Admiral Tributs das US-Kriegsschiff vor dem Eindringen in russische Gewässer gewarnt. «Im Rahmen der internationalen Schifffahrtsregeln setzte die Admiral Tributs Kurs, um den Eindringling aus den russischen Hoheitsgewässern zu vertreiben», erklärte das Verteidigungsministerium. Die USS Chafee habe schliesslich gewendet, als sie weniger als 60 Meter von dem russischen Schiff entfernt war.

Die US-Marine wies diese Schilderung der Ereignisse als «falsch» zurück. Ihr Schiff habe «Routineoperationen in internationalen Gewässern im Japanischen Meer durchgeführt», als sich ein russischer Zerstörer der USS Chafee bis auf etwa 65 Meter näherte. «Die Interaktion war sicher und professionell», erklärte die Navy.

Demnach hatte Russland die USA über die Durchführung von Manövern in dem Gebiet informiert, aber die Mitteilung «war zum Zeitpunkt der Interaktion nicht in Kraft». Das US-Schiff habe jedenfalls «in Übereinstimmung mit internationalem Recht und Usus operiert». Das US-Militär werde weiterhin «fliegen, navigieren und operieren», wo es das internationale Recht erlaube.

Zwischenfälle mit der russischen Marine im Pazifik sind eher selten. In der Region ist vor allem China aktiv – Peking reagierte zuletzt zunehmend verärgert über Durchfahrten und Manöver der USA und ihrer Verbündeten. Russland und China halten dieser Tage in dem Gebiet gemeinsame Seemanöver ab.

Erst im Juni war es zu einem Zwischenfall vor der Halbinsel Krim gekommen. Ein britischer Zerstörer drang nach Angaben Moskaus im Schwarzen Meer in ein Gebiet nahe der Krim ein. Die 2014 von Russland einverleibte Region wird international einschliesslich der umliegenden Seegebiete weiterhin als ukrainisch angesehen. Daraufhin hatten ein russisches Kriegsschiff Warnschüsse abgegeben und ein Kampfjet Bomben in den Weg des britischen Zerstörers abgeworfen.

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(AFP/AP/trx)

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