Nord Stream 2 – USA verhängen weitere Sanktionen – Russland spricht von unlauterem Wettbewerb
Publiziert

Nord Stream 2USA verhängen weitere Sanktionen – Russland spricht von unlauterem Wettbewerb

Nächste Runde im Disput um die deutsch-russische Gas-Pipeline Nord Stream 2: Betroffen sind das mit der Pipeline befasste und mit Russland in Verbindung stehende Unternehmen Transadria und dessen Schiff Merlin.

von
dpa/fos
1 / 4
Die USA versuchten weiter, die russisch-europäische Energiezusammenarbeit zu erschweren, sagte der russische Botschafter Anatoli Antonow in Washington. Im Bild: Eine Gasleitung der Pipeline in Tscheljabinsk (Russland).

Die USA versuchten weiter, die russisch-europäische Energiezusammenarbeit zu erschweren, sagte der russische Botschafter Anatoli Antonow in Washington. Im Bild: Eine Gasleitung der Pipeline in Tscheljabinsk (Russland).

Reuters
Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Stefan Sauer/dpa
Kritiker sehen in Nord Stream 2 vor allem ein geopolitisches Projekt Russlands.

Kritiker sehen in Nord Stream 2 vor allem ein geopolitisches Projekt Russlands.

Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Darum gehts

  • Inzwischen sind im Zusammenhang mit der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2 acht Personen oder Einrichtungen sowie 17 Schiffe mit Sanktionen seitens der USA belegt.

  • Aussenminister Antony Blinken betonte, die neuen Strafen stünden im Einklang mit dem Widerstand der US-Regierung gegen die Pipeline.

  • Kritiker sehen in Nord Stream 2 vor allem ein geopolitisches Projekt Russlands.

Die USA wollen wegen der umstrittenen deutsch-russischen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 weitere Sanktionen verhängen. Betroffen seien das mit der Pipeline befasste und mit Russland in Verbindung stehende Unternehmen Transadria und dessen Schiff Merlin, teilte das Aussenministerium am Montag in Washington mit. Damit seien inzwischen acht Personen oder Einrichtungen sowie 17 Schiffe mit Sanktionen belegt.

Russland kritisierte die Sanktionen am Dienstag als Verstoss gegen internationales Recht. US-Aussenminister Antony Blinken hingegen betonte, die neuen Strafen stünden im Einklang mit dem Widerstand der US-Regierung gegen die Pipeline, die Gas unter Umgehung der Ukraine von Russland nach Deutschland bringen soll.

Gleichzeitig werde man die Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen Verbündeten fortsetzen, um die Gefahr der Pipeline für die Ukraine und östliche Nato-Staaten zu senken. Kritiker sehen in Nord Stream 2 vor allem ein geopolitisches Projekt Russlands.

Betreiber von Nord Stream 2 Tochterfirma von Gazprom

Im jahrelangen Streit um das Projekt hatten die Bundesregierung und die Regierung von US-Präsident Joe Biden im Juli einen Durchbruch verkündet. Sie veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der der Ukraine Unterstützung zugesagt wurde. Die US-Regierung räumte zudem ein, dass sie die Pipeline nicht mehr verhindern könne und sah daher zunächst von drastischeren Sanktionen ab – etwa gegen die in der Schweiz registrierte Betreibergesellschaft der Pipeline.

Die Ankündigung der jüngsten Sanktionen war Teil eines Berichts an den US-Kongress, zu dem die Regierung gesetzlich verpflichtet ist. Alle drei Monate muss sie dem Parlament einen Fortschrittsbericht zu ihren Bemühungen in Sachen Nord Stream 2 vorlegen.

Durch den fertigen 1230 Kilometer langen Doppelstrang von Russland durch die Ostsee nach Deutschland fliesst bislang aber noch kein Erdgas. In der vergangenen Woche setzte die Bundesnetzagentur ein nötiges Zertifizierungsverfahren vorerst aus. Der Betreiber Nord Stream 2 AG ist eine Tochterfirma des russischen Gaskonzerns Gazprom.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

0 Kommentare