USA verklagen in Bern verhafteten russischen Ex-Minister
Aktualisiert

USA verklagen in Bern verhafteten russischen Ex-Minister

Gegen den früheren russischen Atomminister Jewgeni Adamow ist in den USA offiziell Anklage erhoben worden.

Dem am Montag in Bern verhafteten Adamow werden Betrug, Hehlerei, Geldwäscherei und Steuerbetrug vorgeworfen.

Wie der zuständige Staatsanwalt in Pittsburgh in einem Communiqué schreibt, drohen dem ehemaligen Atomminister bis zu 60 Jahren Gefängnis und eine Busse von 1,75 Millionen Dollar (2 Mio. Franken).

Nebst dem 66-jährigen Adamow wurde nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur afp auch sein mutmasslicher Komplize Mark Kaushansky angeklagt. Dieser war früher Atomingenieur bei dem US-Konzern Westinghouse.

Nach der Anklageschrift wird den beiden Männern vorgeworfen, «zwischen 1993 und 2003 mehr als 9 Mio. Dollar in Transaktionen oder zwischenstaatlichen Geschäften abgezweigt, gewaschen und nicht versteuert zu haben».

Die Anklageschrift stützt damit eine Meldung der «New York Times», die am Mittwoch berichtet hatte, 9 Mio. Dollar des US- Energieministeriums seien auf Konten in Pennsylvania und Delaware umgelenkt worden. Die Gelder hatte die US-Regierung für die Sicherheit russischer Atomkraftwerke zur Verfügung gestellt.

Zwei Tage nach seiner Verhaftung in Bern hatte Adamow am Mittwoch bei einer ersten Anhörung die vereinfachte Auslieferung in die USA abgelehnt. Nun haben die US-Behörden laut dem Bundesamt für Justiz (BJ) 60 Tage Zeit, um ein formelles Auslieferungsgesuch an das BJ zu richten.

(sda)

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