Aktualisiert 06.02.2014 12:55

Olympia in Sotschi

USA warnen vor Zahnpasta-Bombe

Die Terrorwarnungen der USA zu Olympia werden konkreter: Airlines sollen auf Russland-Flügen aufpassen, dass über Toilettenartikel keine Bombenteile ins Flugzeug gelangen.

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi warnen die USA vor Sprengstoff in Zahnpastatuben an Bord von nach Russland fliegenden Flugzeugen. Die Bedrohung sei auf Direktflüge beschränkt, die ausserhalb der USA starteten.

Jüngste Erkenntnisse der US-Geheimdienste legten nahe, dass Terroristen auf diesem Weg oder in Kosmetikbehältern Sprengstoffbestandteile an Bord schmuggeln und während des Fluges Bomben bauen könnten. US-Fluggesellschaften und ausländische Airlines mit Zielen in Russland seien auf mögliche Gefahren hingewiesen worden, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch.

Die Sender ABC und CNN berichteten über die Warnung des US-Heimatschutzministeriums. ABC berief sich dabei auf ungenannte hochrangige US-Regierungsvertreter. Ob die Warnung Einschränkungen beim Handgepäck nach sich ziehe, hänge von den Unternehmen und den zuständigen Sicherheitsbehörden ab, hiess es.

Einschlägige Informationen würden aus Vorsicht regelmässig mit Partnern im In- und Ausland geteilt, sagte ein Vertreter des Heimatschutzministeriums der Nachrichtenagentur DPA. Darunter seien auch die Veranstalter internationaler Ereignisse wie der Olympischen Spiele in Sotschi. Das US-Heimatschutzministerium erklärte, eine «spezifische Bedrohung» liege gegenwärtig nicht vor.

Alarmbereitschaft und Drohbriefe

Die Sicherheitskräfte in Russland sind in Alarmbereitschaft wegen der Olympischen Winterspiele, die am Freitag beginnen. Zuletzt hatten Selbstmordattentäter im Dezember in Wolgograd 34 Menschen getötet. Die Stadt liegt rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt. Islamisten aus dem Nordkaukasus haben wiederholt mit Anschlägen gedroht, um das Sportereignis in Sotschi am Schwarzen Meer zu stören.

Zudem hatten die Olympischen Komitees von Deutschland, Italien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei Drohbriefe erhalten. Viele Länder haben beschlossen, ihre eigenen Sicherheitskräfte nach Russland zu schicken, um die Athleten zu beschützen.

US-Präsident Barack Obama hatte seine Sicherheitsberater bei einem Treffen am Dienstag dazu aufgerufen, eng mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten, wie das Weisse Haus nach der Konferenz mitteilte. An dem Treffen nahmen unter anderem Vizepräsident Joe Biden, Aussenminister John Kerry sowie Barack Obamas Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice teil. (sda)

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