Verstimmung: USA weisen Boliviens Vorwürfe zurück
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VerstimmungUSA weisen Boliviens Vorwürfe zurück

Die amerikanische Anti-Drogenbehörde DEA darf in Bolivien nicht mehr arbeiten. Dies sei eine «persönliche Entscheidung», sagte Präsident Evo Morales am Samstag bei einem Besuch in Chimoré im Departement Cochabamba.

Regierungsmitglieder erklärten, die Aufkündigung der Zusammenarbeit bedeute aber nicht die Ausweisung der DEA-Beamten aus dem südamerikanischen Land. Morales betonte, Bolivien habe zwischen Januar und Oktober rund 5000 Hektar illegale Kokapflanzungen gerodet.

Es müsse die Souveränität Boliviens verteidigt werden. Morales beschuldigte die DEA, die konservative Opposition finanziell zu unterstützen. Ausserdem betreibe die US-Behörde laut bolivianischen Geheimdienstberichten «politische Spionage».

DEA-Sprecher Garrison Courtney wies die Anschuldigungen von Morales zurück und betonte, seine Agenten hätten ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihren bolivianischen Kollegen.

Die DEA erklärte, das sei eine unglückliche Situation und eine unglückliche Entscheidung Morales. Sie habe bisher noch keine offizielle Mitteilung über die angekündigte Massnahme erhalten.

Gegenseitige Drohungen

Bei den Protesten gegen Morales' linksgerichtete Regierung starben im September 19 Menschen. Washington hatte Bolivien jüngst damit gedroht, wegen mangelnder Zusammenarbeit der Regierung Morales im Kampf gegen den Drogenhandel Zollerleichterungen für bolivianische Exporte in die USA aufzuheben.

Im September hatte Bolivien den US-Botschafter ausgewiesen. Auch ihm hatte Morales vorgeworfen, Autonomiebestrebungen der reichen Regionen im Andenstaat unterstützt zu haben.

Morales war einst selbst Kokabauer und hatte sich nach seinem Amtsantritt Anfang 2006 zum Ärger der USA die Ausweitung des Anbaus der traditionellen Heilpflanze zum Ziel gesetzt. Aus der Pflanze kann auch Kokain gewonnen werden. (sda)

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