Aus Sorge wegen chinesischer Machtansprüche - USA wollen der australischen Marine zu Atom-U-Booten verhelfen
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Aus Sorge wegen chinesischer MachtansprücheUSA wollen der australischen Marine zu Atom-U-Booten verhelfen

Die USA wollen die militärische Abschreckung im Indopazifik-Raum stärken: So soll künftig mit Australien «geheime» Technologie geteilt werden und die australische Marine Atom-U-Boote erhalten.

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Bisher verfügen nur wenige Grossmächte über atomgetriebene Unterseeboote. Im Bild die USS Alaska. 

Bisher verfügen nur wenige Grossmächte über atomgetriebene Unterseeboote. Im Bild die USS Alaska.

Reuters
Atom-U-Boote wie die USS North Dakota sind leiser und haben einen grösseren Aktionsradius als solche mit herkömmlichem Antrieb.

Atom-U-Boote wie die USS North Dakota sind leiser und haben einen grösseren Aktionsradius als solche mit herkömmlichem Antrieb.

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Auch die australische Navy soll künftig über Atom-U-Boote verfügen.

Auch die australische Navy soll künftig über Atom-U-Boote verfügen.

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Darum gehts

  • Die Vereinigten Staaten sorgen sich um die Sicherheit ihrer Ansprüche im Indopazifik – insbesondere wegen China.

  • Deshalb soll nun eine Sicherheitspartnerschaft mit Grossbritannien und Australien ins Leben gerufen werden.

  • Im Rahmen der Zusammenarbeit soll Australiens Marine Atom-U-Boote erhalten.

Die US-Regierung will Australien den Erwerb von U-Booten mit Nuklearantrieb ermöglichen, um die Sicherheit und die militärische Abschreckung im Indopazifik-Raum zu stärken. Gemeinsam mit Grossbritannien solle in den kommenden 18 Monaten mit Ingenieuren, Strategen und dem Militär geprüft werden, was der «beste Weg» für Australien sei, solche modernen U-Boote zu erhalten, wie ein ranghoher Vertreter des Weissen Hauses am Mittwoch erklärte. Die US-Regierung habe zuvor erst einmal eingewilligt, diese «extrem vertrauliche» Technologie zu teilen – das sei vor rund 70 Jahren mit Grossbritannien der Fall gewesen, sagte der Beamte.

Die Initiative sei Teil einer neuen «Sicherheitspartnerschaft» der drei Staaten für Frieden und Stabilität im Indopazifik-Raum. Die Initiative soll in Anlehnung an die englischen Abkürzungen der beteiligten Länder «AUKUS» heissen und am Mittwochnachmittag (Ortszeit) von Präsident Joe Biden, dem britischen Premierminister Boris Johnson und dem australischen Regierungschef Scott Morrison in einer gemeinsamen Videoschalte bekanntgegeben werden, wie der Beamte weiter erklärte. Es handle sich um einen «historischen Schritt», der die Entschlossenheit der US-Regierung zeige, in der Region des Indischen Ozeans und des Pazifiks mit Hilfe «stärkerer Partnerschaften» für Stabilität zu sorgen, hiess es.

Zeichen an Peking

Die US-Regierung und auch Australien betrachten Chinas zunehmendem Machtanspruch im Indopazifik-Raum mit Sorge. Der Beamte des Weissen Hauses betonte jedoch, das neue Bündnis richte sich nicht gegen ein bestimmtes Land. Die Ankündigung der neuen Partnerschaft, inklusive des möglichen Verkaufs von Atom-U-Booten, dürfte der kommunistischen Führung in Peking jedoch wohl kaum gefallen.

Von einem Nuklearreaktor angetriebene U-Boote würden es Australien ermöglichen, U-Boote länger ununterbrochen zu betreiben, sie seien zudem leiser und hätten mehr Fähigkeiten als jene herkömmlicher Bauart, sagte der Beamte des Weissen Hauses. Australien strebe aber nicht den Besitz von Atomwaffen an, betonte er.

Australien hatte bereits 2016 einen milliardenschweren Vertrag mit Frankreich zum Bau zwölf neuer U-Boote unterschrieben. Das französische Angebot, wonach die U-Boote ab 2030 ausgeliefert werden sollen, setzte sich damals gegen eines des deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp durch. Die U-Boot-Flotte des Typs Shortfin Barracuda, die in Australien gebaut werden sollen, war die grösste militärische Anschaffung in der Geschichte des Landes. Es blieb am Mittwoch zunächst unklar, wie der bestehende Plan mit der neuen Kooperation mit den USA und Grossbritannien in Einklang gebracht werden sollte.

Anders als Grossbritannien ist Australien nicht Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato, gilt aber als enger Partner der Organisation. Australien hat sich etwa an Nato-Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak beteiligt. Die USA und Australien sind neben dem bilateralen Verhältnis auch über die sogenannte «five eyes» (fünf Augen) Partnerschaft der Geheimdienste verbunden. Zu dem Bündnis gehören Australien, Neuseeland, Kanada, Grossbritannien und die USA. Biden setzt für Sicherheit und Kooperation im Indopazifik zudem auf ein «Quad» genanntes Bündnis. Das Quartett umfasst Australien, Indien, Japan und die USA. Biden empfängt die Regierungschefs des Bündnisses in der nächsten Woche im Weissen Haus.

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(DPA)

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