Einwanderung: USA wollen Illegale wie «Menschen» behandeln

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EinwanderungUSA wollen Illegale wie «Menschen» behandeln

Nach dem Willen der US-Regierung sollen künftig nicht mehr alle aufgegriffenen illegalen Einwanderer in Gefängnissen festgehalten werden. Vor allem Kinder und Familien sollen bis zur Abschiebung in umgebauten Hotels oder ähnlichen Gebäuden untergebracht werden.

Immigranten ohne gültige Papiere, die Straftaten begangen hätten, müssten anders behandelt werden als solche, «die nichts getan haben», sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Dienstag (Ortszeit). Gefängnisse, in denen Häftlinge misshandelt wurden, sollen ganz geschlossen werden.

Der Plan soll noch in diesem Herbst in den Kongress eingebracht werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüsste die geplante Reform und drängte auf eine schnelle Umsetzung.

In den USA leben Schätzungen zufolge zwölf Millionen Einwanderer ohne gültige Papiere. 2008 waren rund 380'000 illegale Immigranten in Haft. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass illegale Einwanderer in den USA wie Kriminelle behandelt und oft in abgelegenen Gefängnissen festgehalten werden, in denen sie kaum von Angehörigen und Rechtsanwälten besucht werden können.

(sda)

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