Kampf gegen Nikotin: USA wollen Jugendlichen E-Zigaretten austreiben
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Kampf gegen NikotinUSA wollen Jugendlichen E-Zigaretten austreiben

E-Zigaretten gelten im Vergleich zu normalen Zigaretten als die weniger schädliche Lösung. Süchtig machen die nikotinhaltigen Produkte trotzdem.

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doz
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Im Kanton Zürich sollen künftig Jugendliche unter 16 Jahren keine E-Zigaretten mehr kaufen dürfen.

Im Kanton Zürich sollen künftig Jugendliche unter 16 Jahren keine E-Zigaretten mehr kaufen dürfen.

Bloomberg
Dies verlangen die EVP-Kantonsräte Beat Monhart, Daniel Sommer und Mark Wisskirchen in einer Motion.

Dies verlangen die EVP-Kantonsräte Beat Monhart, Daniel Sommer und Mark Wisskirchen in einer Motion.

Obs/JT International AG/Tabea Vogel
Der Jugendschutz müsste gemäss den Kantonsräten auch bei Vorschriften zum Passivrauchen und bei der Werbung einfliessen.

Der Jugendschutz müsste gemäss den Kantonsräten auch bei Vorschriften zum Passivrauchen und bei der Werbung einfliessen.

Obs/bat British American Tobacco Switzerland Sa/patrice Schreyer

Die Gesundheitsbehörde der USA, die FDA, schlägt Alarm. Die Nutzung von E-Zigaretten bei Jugendlichen habe ein epidemisches Ausmass angenommen und könne nicht mehr ignoriert werden. Daher hat sie laut der «New York Times» verschiedenen Herstellern von E-Zigaretten, wie beispielsweise Juul Labs, RJR Vapor Co.'s oder Logic, nun 60 Tage Zeit gegeben, um zu beweisen, dass sie ihre Produkte von Jugendlichen fernhalten können.

Ausserdem schickte die FDA Warnbriefe an 1100 Geschäfte, die E-Zigaretten verkaufen. Darunter sind bekannte Firmen wie 7 Eleven und Walgreens. Dabei kam es auch zu 131 Bussen, weil E-Zigaretten an Minderjährige verkauften worden waren.

Höherer Nikotingehalt

Zwar sollen E-Zigaretten für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, nützlich sein. Es habe sich aber mittlerweile ein Problem ergeben, das man nicht vorausgesehen habe, heisst es vonseiten der FDA. So werden immer mehr Jugendliche süchtig nach den nikotinhaltigen Dampf-Maschinen. Laut der Gesundheitsbehörde nutzten mehr als zwei Millionen Jugendliche letztes Jahr E-Zigaretten regelmässig.

Zwar stimmt es, dass E-Zigaretten-Raucher weniger Giftstoffe einatmen als die Nutzer traditioneller Zigaretten. Der Nikotingehalt ist bei E-Zigaretten aber häufig höher. Das Gehirn von Jugendlichen sei noch viel anfälliger auf die ungesunden Suchtstoffe.

Hersteller in der Verantwortung

Die Firma Juul Labs brachte 2015 erstmals eine E-Zigarette auf den Markt, die wie ein USB-Stick aussieht. Sie kann mit Kapseln gefüllt werden, die Geschmäcker wie Mango, Menthol oder Gurke haben. In kürzester Zeit wurde Juul zum grössten Vertreiber von E-Zigaretten in den USA mit einem Marktanteil von 72 Prozent.

Das Ziel der FDA ist es nun, dass die Hersteller den Nikotingehalt in ihren Produkten senken und aufzeigen, wie ihre E-Zigaretten der Gesundheit der Bevölkerung zuträglich sind. Ausserdem müsse sichergestellt werden, dass Jugendliche nicht mehr an diese Produkte herankommen.

Auch in der Schweiz legal

Das Problem ist auch in der Schweiz bekannt. Der Kauf von E-Zigaretten ist legal, unabhängig vom Alter. Aus diesem Grund ist auch das Werben für E-Zigaretten erlaubt.

Nur der Kanton Wallis hat im Juni ein Gesetz eingeführt, das den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige verbietet. Auch in Zürich wurde beim Kantonsrat eine Motion eingereicht, die den Verkauf von nikotinhaltigen Produkten regeln soll. Ein solches revidiertes Tabakproduktegesetz würde aber frühstens 2022 in Kraft treten.

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